Bettwil
Asylzentrum-Bekämpfer und SVP-Grossrat Schibler zieht weg aus Bettwil

Wolfgang Schibler demissioniert als Gemeindeammann von Bettwil, weil er nach Buchs zieht. Bekannt wurde der SVP-Grossrat mit seinem Kampf gegen das geplante Bundeszentrum für Asylbewerber in der Militäranlage in der 550-Seelengemeinde.

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Bettwils Gemeindeammann Wolfgang Schibler.

Bettwils Gemeindeammann Wolfgang Schibler.

AZ

Bettwils Gemeindeammann Wolfgang Schibler hat genug von seiner ländlichen 550-Seelengemeinde: Er will nach seiner Pensionierung urbaner wohnen und zieht nach Buchs in den Grossraum Aarau. Aus diesem Grund tritt er bis spätestens Ende September 2014 als Gemeindeammann zurück. SVP-Grossrat will der 65-Jährige aber weiterhin bleiben, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst. "Der Entschluss fällt mir nicht leicht und es tut mir weh, von Bettwil wegzuziehen", sagte Schibler gegenüber Radio Argovia.

Schibler wurde bekannt in seinem Kampf gegen ein geplantes Bundeszentrum für 140 Asylbewerber in der Militäranlage ausserhalb Bettwils. Der Kampf war letztlich erfolgreich und machte das Dorf im Freiamt schweizweit bekannt: Ein Rechtsgutachten kam Anfang 2012 zum Schluss, dass die Umnutzung der Militäranlage in eine befristete Asylunterkunft ohne Baubewilligungsverfahren unzulässig sei. Daraufhin entschied der Bund im Mai 2012, dass er definitiv auf die Umnutzung verzichte.

Schibler wohnt seit 2006 in Bettwil. Er wurde 2007 in den Gemeinderat Bettwil gewählt. 2010 wurde er Gemeindeammann. Und 2013 wählt ihn das Volk schliesslich in den Grossen Rat. Von der SVP-Spitze war er im Nachgang zum erfolgreichen Kampf gegen die Asylunterkunft als Regierungsratskandidat angefragt worden. Er lehnte allerdings ab. (fam)

Protest gegen Asylunterkunft in Bettwil
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Info-Veranstaltung zu Asylunterkunft eskaliert Roger Burri, Präsident des neu gegründeten Bürgerkomitees gegen die Asylunterkunft.
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«Wir alle sind Bettwil»: Solidaritätsbanner an einem Haus
Die offiziellen Fahnen der Gemeinde wurden aufgehängt
In Bettwil hängen immer mehr Plakate und Banner
«Wir alle sind Bettwiler»
140 Asylbewerber auf 550 Einwohner sind zu viele - finden die Bettwiler
Der Protest gegen die Asylunterkunft ist in der Gemeinde omnipräsent
Die offiziellen Fahnen der Gemeinde wurden aufgehängt
Die Bevölkerung dankt für die Solidarität
Grossflächiger Protest

Protest gegen Asylunterkunft in Bettwil

Pascal Meier

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