Ausschreibung

Asylunterkünfte im Kanton Aargau werden bald strenger bewacht

Die Asylunterkunft in Holderbank ist ein Hotspot, der zusätzliches Sicherheitspersonal benötigt.

Die Asylunterkunft in Holderbank ist ein Hotspot, der zusätzliches Sicherheitspersonal benötigt.

Der Kanton reagiert auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung und sucht zusätzliches Personal für die Bewachung der rund 50 Asylunterkünfte im Aargau.

Der Kanton ist auf der Suche nach einem Sicherheitsunternehmen. Im aktuellen Amtsblatt hat das Departement Gesundheit und Soziales eine öffentliche Ausschreibung platziert. Die neue Firma soll die «Sicherheit und Bewachung der Unterkünfte des Asylwesens Kanton Aargau» gewährleisten. Das Unternehmen wird am 1.August 2012 mit seinem Auftrag beginnen.

Heute ist die Bewachungsgesellschaft Securitas AG mit der Aufgabe beauftragt, bei Bedarf für Sicherheit rund um die 50 kantonalen Asylunterkünfte zu sorgen. «Wir sind mit diesem Dienst zufrieden, doch wir haben ihn ausgeschrieben, weil er ein Volumen erreicht hat, das eine Submission richtig und sinnvoll erscheinen lässt», erklärt Balz Bruder, Mediensprecher des Departements Gesundheit und Soziales. Der Bedarf nach Sicherheit in und um Asylunterkünfte sei in letzter Zeit gestiegen, so Bruder weiter. Erstens wohnten mehr Menschen auf engerem Raum, zweitens sei das Zusammenleben nicht einfacher geworden.

Nachtdienstpatrouillen bleiben

Als so genannte Hotspots gelten beispielsweise die Unterkünfte in Holderbank oder in Oftringen. Dort muss neben den Securitas-Kräften auch immer wieder die Polizei wegen Auseinandersetzungen für Ruhe sorgen. «Wir suchen aber keine Firma, die polizeiähnliche Einsätze anbietet. Der Auftrag ändert sich im Grundsatz nicht», erläutert Bruder. Er bekräftigt zudem, dass die neuen Kräfte ebenso wenig die bereits bestehenden Nachtdienstpatrouillen ersetzen werden: «Diese bleiben weiterhin bestehen, werden künftig aber nur noch von eigenen Leuten durchgeführt.» Und er ergänzt: «Um für die notwendige Sicherheit zu sorgen, braucht es eine hohe Flexibilität.» Man müsse zu jeder Zeit reagieren können, wenn eine zusätzliche Bewachung notwendig sei.

2,7 Millionen für Bewachung 2010

Bruder kann jedoch nicht genau sagen, wie viele neue Kräfte notwendig sein werden. «Das Unternehmen muss den ausgeschriebenen Auftrag erfüllen. Mit wie vielen Personen beziehungsweise Mitteln das möglich ist, wird sich weisen.»

Der Kanton gab 2010 für die Bewachung seiner Asylunterkünfte 2,7Millionen Franken aus. Für das Jahr 2011 will das Departement aus Rücksicht auf das laufende Submissionsverfahren keine Angaben machen. Doch Bruder erwähnt: «Es ist eine Tatsache, dass die Bewachung und Sicherung von Asylunterkünften erhebliche Aufwendungen verursacht.» Und er fügt an: «Unsere Massnahmen werden kontrovers diskutiert. Die einen finden unseren Einsatz super, andere halten es für einen zu grossen Aufwand und finden es viel zu teuer.» Doch man versuche, das Ganze in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Man könne ja nicht den ganzen Kanton mit privaten Sicherheitsdiensten überziehen, schliesst Bruder.

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