Pro Natura

Asylbewerber sollen künftig Neophyten bekämpfen

Die Organisation will Asylbewerber einsetzen, um gebietsfremde Pflanzen einzudämmen. Dieser Aktion steht der Kanton positiv gegenüber und zeigen Interesse am «sinnvollen Beschäftigungsprogramm».

Gebietsfremde Pflanzen sind im Aargau mittlerweile eine Plage geworden. Die sogenannten Neophyten, wie sie in der Fachwelt heissen, verdrängen einheimische Pflanzen, konkurrenzieren Nutzpflanzen in der Land- und Forstwirtschaft und verursachen Schäden an Strassen und Gebäuden. Pro Natura hat bisher mit Zivildienstleistenden die Neophyten bekämpft.

Nun will die Naturschutzorganisation auf ausländische Hände zurückgreifen, um die Eindringlinge aus dem Ausland zurückzubinden: Asylbewerber sollen kanadische Goldruten oder drüsiges Springkraut bekämpfen. «Wenn wir dafür Fachleute einsetzten, könnten wir das nie bezahlen», sagt Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny, der bei den letzten Wahlen für die FDP neu in den Grossen Rat gewählt wurde.

Ein weiterer Vorteil: Pro Natura bietet motivierten Asylbewerbern im Rahmen der kantonalen Beschäftigungsprogramme eine sinnvolle Tätigkeit an. «Wir dürfen nicht alle Asylbewerber in den gleichen Topf werfen. 98 Prozent von ihnen sind kooperativ. Dies soll jedoch die Probleme mit den schwierigen Fällen nicht verniedlichen.»

Der Kanton steht dem Anliegen positiv gegenüber. «Wir haben Interesse an sinnvollen Beschäftigungsprogrammen», sagt Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales.

Start: Spätestens im Frühling 2013

Den Schwerpunkt will Pro Natura vorerst auf die Auenlandschaft bei Brugg legen, um erste Erfahrungen zu sammeln. Später möchte die Naturschutzorganisation die Bekämpfungsmassnahmen auf die neu gestaltete Auenlandschaft in Auenstein/Rupperswil oder auf die noch zu entstehende Auenlandschaft in Rietheim ausweiten. Jenny hofft, dass die Zusammenarbeit mit den Asylbewerbern spätestens im Frühling 2013 beginnen kann.

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