Brittnau
Asylbewerber muss für Mord an Willi M. 18 Jahre hinter Gitter

Der 30-jährige Asylbewerber aus Marokko ist vom Bezirksgericht Zofingen des Mordes schuldig gesprochen worden. Er muss für 18 Jahre ins Gefängnis.

Nora Bader
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Der 30-jährige Asylbewerber (links) vor Gericht in Zofingen. Er muss hinter Gitter.

Der 30-jährige Asylbewerber (links) vor Gericht in Zofingen. Er muss hinter Gitter.

illustration: Peter Krattiger

Der 30-jährige marokkanische Asylbewerber, der Willi M. aus Brittnau vor drei Jahren umgebracht hat, ist des Mordes schuldig. Das Bezirksgericht Zofingen hat ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren verurteilt.

Den Schuldspruch begründet Gerichtspräsidentin Kathrin Jacober mit der besonders skrupellosen Art und Weise, in welcher der Marokkaner Willi M. getötet hat.

«Bei solch einer brutalen Bluttat ist die Hemmschwelle grösser als bei einem Tötungsdelikt mit Schusswaffe», so die Gerichtspräsidentin weiter. Hier handle es sich um eine besonders verwerfliche Auslöschung eines Menschenlebens.

Willi M. wurde in der Nacht des 14. April 2012 in seinem Haus an der Fennernstrasse in Brittnau brutal niedergeschlagen und starb an den Folgen seiner Verletzungen.

Er hatte mit einem Asylsuchenden Bier getrunken und war dann mit ihm in den oberen Stock seines Hauses gegangen. Dort hat der Täter Willi M. attackiert, brutal niedergeschlagen und mit einem Leintuch gefesselt.

Er hat mit einem Holzscheit auf sein Opfer eingeschlagen, bis dieses «in einem regelrechten Blutbad» lag. Der Mörder liess Willi M. zurück, dieser verstarb qualvoll. Erst drei Tage später wurde die Leiche entdeckt.

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Raphael Nadler

Keine Notwehr, keine Massnahme

Ausser dem Beschuldigten könne niemand Auskunft über die Geschehnisse geben. Aber seine Aussagen sind laut Staatsanwaltschaft äusserst widersprüchlich. Zuerst stritt der Täter alles ab, bei der dritten Befragung gab er die Tat zu, sagte aber, in Notwehr gehandelt zu haben.

Die Verteidigung hatte denn auch nur dreieinhalb Jahre Haft für eine Tötung im Notwehrexzess verlangt. Darauf ging das Gericht aber nicht ein: «Die Beweise zeigen eindeutig, dass das Opfer sehr früh gefesselt wurde und damit wehrlos war», so die Gerichtspräsidentin.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Täter eine lebenslängliche Haftstrafe verlangt. Das Gericht befand, die Tat sei zwar sehr brutal ausgeführt worden, aber nicht lange im Voraus geplant geworden.

Überdies hatte die Staatsanwaltschaft eine ambulante psychiatrische Massnahme für den Marokkaner verlangt. Doch das Bezirksgericht wies den entsprechenden Antrag ab: «Gefährliche Täter können auch psychisch gesund sein», begründete Kathrin Jacober den Entscheid.

Simon Burger, der Leiter der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, zeigte sich nach der Verhandlung zufrieden mit dem Mordurteil, nicht aber mit dem Strafmass.

Burger hält lebenslängliche Haft nach wie vor für angemessen. «Ich akzeptiere den Entscheid des Gerichts, bin allerdings weiterhin der Meinung, dass eine begleitende Massnahme angebracht gewesen wäre.»

Mord in Brittnau: Asylbewerber verhaftet (Tele-M1-Bericht vom 24.4.2012).