Asylunterkunft
Asyl-Kompromiss: Auch Oftringen will Nordafrikaner loswerden

Nachdem sich Muri mit dem Kanton darauf geeinigt haben, keine Asylbewerber aus Nordafrika mehr aufzunehmen, regt sich der Widerstand auch in anderen Gemeinden. Bereits sind Oftringen, Bad Zurzach und Rekingen beim Kanton vorstellig geworden.

Christoph Zehnder
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In der Asylunterkunft Muri sind keine Leute mehr aus dem Maghreb.ES

In der Asylunterkunft Muri sind keine Leute mehr aus dem Maghreb.ES

Auch in Oftringen werden nun Stimmen laut, wonach keine Asylbewerber aus Nordafrika mehr aufgenommen oder zumindest deren Anzahl verringert werden soll. Dies bestätigte Oftringens Gemeindeammann Julius Fischer gegenüber Radio Argovia. Der Gemeinderat möchte gemeinsam mit dem Kanton eine Lösung suchen.

Auch in Bad Zurzach nehmen die Vorfälle mi Asylbewerbern laut Gemeinderat zu. Die Situation rund um die Unterkunft im benachbarten Rekingen habe sich in den letzten Wochen sehr negativ entwickelt. Einbrüche, Hausfriedensbrüche, Diebstähle und Belästigungen würden «ein nicht mehr akzeptables Ausmass» annehmen, heisst es in den Zurzacher Gemeinderatsnachrichten vom Donnerstag. Die Lage habe sich zugespitzt.

Bereits die zweite Intevention

Mehr als 40 besorgte Einwohner haben deshalb beim Gemeinderat eine schriftliche Eingabe deponiert. Der Bad Zurzacher Gemeinderat hat daraufhin - bereits zum zweiten Mal - beim Regierungsrat interveniert. Er verlangt die Umsetzung von Sofortmassnahmen. Die Frage nach der Herkunft der Asylbewerber stellt sich für den Gemeinderat hingegen nicht. Man woll lediglich eine Lösung für die gegenwärtige Situation.

Im benachbarten Rekingen, dem Standort Asylunterkunft, wurde die steigende Kriminalität an der vergangenen Gemeindeversammlung kritisch thematisiert. Der Rekinger Gemeinderat sieht einen direkten Zusammmenhang zwischen den Vorfällen und der Herkunft der Asylbewerber.

Auch in Oftringen

Die Konzession an Muri soll nach dem Willen des Kantons ein Einzelfall bleiben. Forderungen gebe es auch aus anderen Gemeinden, bestätigte Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Departements Gesundheit und Soziales gegenüber Radio Argovia. Jeder Fall müsse aber einzeln geprüft werden - insbesondere auch im Hinblick auf das Umfeld der Unterkünfte und deren Betrieb.

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