Gesundheitswesen
Ärzteverband: «Herr Malm hat sich unkollegial verhalten»

Die Hauptversammlung des Aargauischen Ärzteverbandes hat einstimmig beschlossen, den umstrittenen Arzt Ingo Malm aus dem Verband auszuschliessen. Jetzt bezieht der Verbandspräsident Hans-Ulrich Iselin Stellung, und sagt warum.

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Das Resultat der Mitglieder des Ärzteverbandes spricht Bände: Einstimmig mit 59 zu 0 Stimmen bei 8 Enthaltungen hat die Hauptversammlung des Aargauischen Ärzteverbandes beschlossen, den umstrittenen Ritalin-Arzt Ingo Malm aus Rudolfstetten per sofort auszuschliessen.

Nun bezieht gegenüber der az Hans-Ulrich Iselin, Präsident des Aargauischen Ärzteverbandes, Stellung zum Ausschluss: «Herr Malm hat sich nicht erst seit gestern unkollegial verhalten. Er hat unter anderem Kollegen unzulässig kritisiert, hat umstrittene Heilverfahren angewendet – und dies teilweise mit sehr grossem Aufwand», so Iselin.

Das Unangenehmste dabei sei gewesen, dass er sich «absolut nicht bereit erklärt hatte», auf Vorschläge des Verbandes einzugehen und stets «uneinsichtig» war.

Ausschluss hat nichts mit Todesfall zu tun

In der letzten Woche kam aus, dass ein 27-jähriger Patient starb, der bei Malm in Untersuchung war. Malm hatte 2011 bei ihm einen Tumor zuerst mit einem Lipom - einer harmlosen Fettgeschwulst - verwechselt, dann die darunter liegende Blutung für ein Hämatom gehalten.

Dass der Ausschluss mit diesem Fall zu tun haben könnte, dementiert Verbandspräsident Iselin gegenüber der az: «Das hat absolut nichts mit dem Ausschluss zu tun. Jedem von uns kann an jedem Tag etwas passieren, jeder macht Fehler. Beim ihm ist es die Summe von beruflichem und privatem Fehlverhalten, das dazu geführt hat, dass wir seine Interessen nicht mehr vertreten können», sagt Iselin.

Malm wollte vor Versammlung nichts sagen

Malm hatte vom Verband die Möglichkeit erhalten, seinen Standpunkt vor der Hauptversammlung darzulegen. Er lehnte ab, schrieb jedoch vielen Verbandsmitgliedern einen sechsseitigen Fax. «Im Fax hat er behauptet, wir würden ihn rausschmeissen, weil uns seine Nase nicht gefallen würde. Das ist nicht schön. Er hat die Chance gehabt, bei uns aufzutreten», so Iselin. (sha)

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