Ärztepräsident Jürg Lareida kritisiert Bund und Kanton

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Impfung Jürg Lareida, der Präsident des Aargauischen Ärzteverbandes, hat damit gerechnet, dass die Impftermine rasch weg sein würden. «Es gibt derzeit einfach fast keinen Impfstoff», sagt er. «Das wurde von Bund und Kanton zu wenig gut kommuniziert.» Dadurch seien zu hohe Erwartungen geweckt worden, was nun dazu führe, dass die Menschen genervt seien oder Fragen hätten. Der Ärzteverband beantwortet diese Fragen bis auf weiteres kostenlos über die sonst kostenpflichtige Notfallnummer 0900 401 501.

Mit Blick auf die 200000 Risikopatienten im Aargau und die nur 8000 Impfdosen, die der Kanton in einer ersten Lieferung erhalten hat, fragt sich Lareida, wie sinnvoll es war, die Anmeldung für alle über 75-Jährigen zu öffnen. «Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn in einer ersten Phase nur Hausärzte für ihre Patienten einen Impftermin hätten buchen können.» Doch dafür sei es nun zu spät: «Das braucht Vorlauf.» Vorlauf brauchte es auch, um den niedergelassenen Ärzten im Kanton mitzuteilen, ob und wie sie für ihre Patienten einen Impftermin buchen können. «Die Kommunikation war äusserst knapp, sodass die Hausärzte erst im Verlauf des Montagmorgens das genaue Prozedere erfahren konnten», sagt Lareida. So gelangte die Information anstatt mit Vorlauf mit Verspätung an die Ärzteschaft. (nla)