Armee
Armeechef Blattmann: «Hochulis Idee ist schon fast kristallkugelmässig»

Armeechef André Blattmann war zu Besuch im «Talk Täglich» von TeleM1 mit Blick auf die Gripen-Abstimmung. Seiner Meinung nach gehört zur Armee die ganze Palette für eine nachhaltige Verteidigung: «Dazu gehört die Luftwaffe.»

Mathias Küng
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Armeechef André Blattmann im Gespräch mit AZ-Chefredaktor Christian Dorer in «TalkTäglich» bei TeleM1.

Armeechef André Blattmann im Gespräch mit AZ-Chefredaktor Christian Dorer in «TalkTäglich» bei TeleM1.

Tele M1

Armeechef André Blattmann stellte sich mit Blick auf die Gripen-Abstimmung im «Talk Täglich» von Tele M1 den Fragen von az-Chefredaktor Christian Dorer. Dieser spielte ihm eine Sequenz vor, in der Militärdirektorin Susanne Hochuli ihr Nein zum Gripen begründet.

Die Schweiz brauche eine Armee, diese müsse aber für reale Bedrohungen ausgerüstet sein, sagte Hochuli, und weiter: «Wir werden aus der Luft nicht mit Flugzeugen angegriffen. Falls wir angegriffen werden sollten, dann mit Drohnen, Marschflugkörpern, Raketen. Da nützt Ihnen ein Gripen nichts.»

«Wer Marschflugkörper schickt...»

Blattmann parierte, nur schon die eben aufgelisteten Bedrohungen zeigten, «dass wir eine gut ausgerüstete Armee brauchen». Wie Hochuli auf die Idee komme, «dass dann ausgerechnet keine Flugzeuge kommen, ist schon fast kristallkugelmässig.» Wenn die aufgezählten Bedrohungen tatsächlich einträfen, sei er fest überzeugt, dass diese dann auch von Kampfflugzeugen begleitet würden, so Blattmann weiter.

Wer Marschflugkörper schicke, wolle nachher ja wohl etwas in Besitz nehmen. Dazu brauche er Unterstützung aus der Luft. Deshalb benötige die Armee die ganze Palette des Werkzeugkastens für die Abwehr: «Dazu gehört die Luftwaffe.»

Was hält Blattmann davon, dass die Aargauer Militärdirektorin an vorderster Front gegen den Gripen kämpft? Er bedaure das selbstverständlich, aber: «Politikerinnen und Politiker haben andere Rechte als der Armeechef.» Er selbst zeigte sich mit Blick auf die Gripen-Abstimmung zuversichtlich. Er zähle auch auf den Aargau. Im Grenzkanton wüssten die Leute, dass man für die Sicherheit einen Beitrag leisten muss.

«Aarau ideal für Rekrutierung»

Die Armee wird kleiner und muss deshalb auch Standorte schliessen. Davon bleibt der Aargau weitgehend verschont. Dafür soll das Rekrutierungszentrum von Windisch in die Kaserne Aarau verschoben werden, sofern der Kanton den Umbau zahlt. Das grenze keinesfalls an Nötigung, wies Blattmann einen Vorwurf Dorers zurück. So gross sei der Erneuerungsbedarf auch gar nicht.

Der Standort Aarau sei noch besser als der heutige in Windisch, gerade dank guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Blattmann: «Eine optimale Lösung für den Kanton und für uns.» In Aarau gibt es aber unterschiedliche Stimmen zur Kaserne. Darauf trat Blattmann nicht ein: Für den Bund sei der Kanton der Ansprechpartner: «Frau Hochuli vertritt diese Lösung auch, die offensichtlich gut ist.»

Hier finden Sie die ganze Diskussion auf TeleM1.

Zuvor stellte sich André Blattmann auch den Fragen der Journalisten des AZ-Mediencenters in Aarau.