Bottenwil
Armee rückt mit schwerem Geschütz zur Hangsanierung an

Rund neun Monate nach dem verheerenden Unwetter haben Armee, Private und der Forstbetrieb Uerkental in Bottenwil mit der Hangsanierung begonnen.

Raphael Nadler (text und Foto)
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Mit schweren Baumaschinen und mithilfe der Armee werden im «Gallihubel»-Gebiet in Bottenwil die Sicherungselemente eingebaut.

Mit schweren Baumaschinen und mithilfe der Armee werden im «Gallihubel»-Gebiet in Bottenwil die Sicherungselemente eingebaut.

Lange 36 Wochen haben die Bottenwiler auf den Einsatz und die Hilfe der Armee gewartet. Nun ist sie da. Über 25 Armeeangehörige des Rettungsbataillons 2 der Territorialdivision 2 unterstützen zusammen mit dem Forstbetrieb Uerkental die Firma Straumann aus Trimbach, die mit der Hangsanierung im Gebiet «Gallihubel» beauftragt wurde. Weitere Armeeangehörige sollen in den nächsten Tagen dazukommen, aber auch Leute der Zivilschutzorganisation Suhrental-Uerkental. «Zu Spitzenzeiten werden rund 40 Personen mit Sanierungsarbeiten in Bottenwil beschäftigt sein», sagt Karin Müller, Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau.

Beim Unwetter am 8. Juli des letzten Jahres kamen im steilen Gelände im Gebiet «Gallihubel» Erdmassen oberhalb des Hofes von Thomas Hunziker ins Rutschen, nachdem innert weniger Stunden so viel Regen gefallen war wie sonst in einem ganzen Sommermonat kaum. Während an andern Orten mit der Sanierung begonnen wurde, deckte der Zivilschutz die Hangrutsche behelfsmässig mit Plastik ab. Die Hilfe der Armee verzögerte sich. Plötzlich wurden die Hilfskräfte in Bondo GR benötigt. Der Einsatz in Bottenwil wurde ins Jahr 2018 verschoben.

80 m3 Holz werden verbaut

«Es ist für uns eine grosse Erleichterung, dass die Armee nun da ist und der Hang saniert wird», sagt Landwirt Thomas Hunziker. «Alle Anwesenden arbeiten mit grosser Motivation und kommen gut voran.» Ob alle drei Hangrutsche saniert werden können, ist noch unklar. Unter der Leitung von David Straumann verbauen die Hilfskräfte in den kommenden Tagen rund 80 m3 Holz. Die Längsstämme sind bis 20 Meter lang. Das Holz stammt aus dem Bottenwiler Wald. «Weil das Gelände relativ nass ist, wären wir lieber erst im Mai gekommen», sagt David Straumann, der die schwere Maschine am Hang selber steuert. «Ich arbeite erstmals mit dem Rettungsbataillon zusammen und bin sehr positiv überrascht.»

Momentan sind die Hilfskräfte am Einbauen eines «Holzkastens». Dafür wurden bis 5 Meter Erde abgetragen, damit die Elemente auf den Stein gelegt werden können. Der Kasten soll dafür sorgen, dass der Hang nicht mehr abrutscht. Zusätzlich wurde eine Sickerleitung eingebaut, damit das Hangwasser abgeführt werden kann und der Holzkasten nicht unterspült wird. Die Bauleute rechnen damit, spätestens Mitte April mit den Sanierungsarbeiten fertig zu sein.

Regierungsrätin vor Ort

Am Donnerstag, 29. März, wird sich Regierungsrätin Franziska Roth (SVP) vor Ort über den Stand der Arbeiten in Bottenwil informieren. Sie hat sich persönlich für die drei vom Unwetter stark betroffenen Gemeinden im Uerkental starkgemacht. Der Regierungsrat sprach daraufhin vor vier Wochen im Sinne der Katastrophenhilfe finanzielle Mittel von insgesamt 230 000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Bottenwil erhält 119 000 Franken, Uerkheim 108 000 und Wiliberg 3000. Zudem hat die Regierung entschieden, für die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Infrastruktur in den betroffenen Gemeinden dem Grossen Rat einen Nachtragskredit in der Höhe von 581 000 Franken zu unterbreiten.