Marco Kugel schwitzt. Der OK-Chef des Argovia-Fäschts steht auf dem Birrfeld. Die Sonne brennt. Nach den verregneten, kalten Tagen im Mai soll das Wetter jetzt sonnig bleiben. Am Beizlifest am Freitag wird es, anders als im letzten Jahr, nicht regnen. Damals besuchten nur 5000 Leute das Beizlifest, dieses Mal erwartet Kugel zwischen 10'000 und 15'000 Besucher. Am Argovia-Fäscht am Samstag rechnet er mit rund 35'000 Feierwütigen. Rekordverdächtige Zahlen, der Vorverkauf laufe besser als in den letzten Jahren, sagt Kugel.

Bis das Bier in Strömen fliessen und auf dem Birrfeld zur «Party vom Jahr» ausgelassen getanzt werden kann, muss noch so einiges erledigt werden. «Wir liegen aber perfekt im Zeitplan mit den Aufbauarbeiten», sagt Kugel. Grund dafür seien das gute Wetter, keine Zwischenfälle und die Auffahrtsfeiertage: «Einige Beizer haben schon dann ihre Stände aufgebaut.» 150 Toi-Tois stehen schon sowie die Container der Sanitäter. Noch nicht fertig sind hingegen der VIP- und Backstagebereich.

35'000 Besucher werden erwartet: Impressionen vom Aufbau für das Argovia-Fäscht 2019

35'000 Besucher werden erwartet: Impressionen vom Aufbau für das Argovia-Fäscht 2019

Auf dem Riesenrad Liebe finden

Das Herzstück des Festes, die Bühne, im gesamten rund 100 Tonnen schwer, ist aufgebaut. Elektronik und Technik fehlen noch. In den letzten zwei Jahren hat sich im Bühnenbild so einiges verändert, sagt Kugel: «Wir haben die Soundtechnik und die Beleuchtung auf den neusten Stand gebracht und so einiges investiert.» Schaut man sich auf dem Gelände um, springt ein neues Gebäude ins Auge. Neben der VIP-Bühne steht ein mehrstöckiges, weisses Konstrukt. «Das ist der Bereich für die Premium-Gäste», so Kugel.

Die Besucher bekommen ein Angebot, das in der Exklusivität zwischen einem normalem und einem VIP-Eintritt liegt. Die Premium-Gäste haben eine eigene Bar, eigene Toiletten und einen Parkplatz. Die Tickets für 85 Franken sind schon lange ausverkauft. «Wir haben die Idee von anderen Festivals abgeschaut und gemerkt, dass auch unsere Besucher ein Bedürfnis nach Premium-Tickets haben», sagt Kugel. Neu ist auch, dass der Eintritt zum Beizlifest zur Unkostendeckung 10 anstatt 5 Franken kostet, oder dass das Riesenrad am Freitag im Zeichen der Liebe Runden dreht: In den Lüften kann man beim Speed-Dating teilnehmen.

Baschi auf dem Töff

Marco Kugel organisiert zum elften Mal das Argovia-Fäscht. In den Jahren hat sich so einiges geändert, die Ansprüche des Publikums und der Künstler steigen. «Die Besucher wollen ein Gesamterlebnis und nicht nur gute Musik», so Kugel. «Dem werden wir aber gerecht.» Vonseiten der Künstler sind es vor allem Platzansprüche: Im letzen Jahr wurde der Bereich hinter der Bühne vergrössert, damit die Sattelschlepper voller Bühnenequipment Platz haben. «Früher reisten die Acts noch mit einem Van an», sagt Kugel. Das ist heuer anders, Sänger Baschi soll gar mit einem Töff auf der Bühne herumdüsen. Weiter haben sich auch die kulinarischen Bedürfnisse der Künstler verändert: «Wir lassen vermehrt veganes Essen zubereiten.» Einen besonderen Wunsch äusserte der britische Sänger James Arthur: «Er wollte einen speziellen und ziemlich teuren Honig haben.»

Beim Argovia-Fäscht treten neben Baschi und James Arthur Bastian Baker, Lo & Leduc, Stress und Rapper MoTrip auf. Während im letzten Jahr Sängerin Alma dem Publikum einheizte, ist dieses Mal keine Frau im Line-up vertreten. Warum nicht? Kugel antwortet: «Wir probieren es immer, eine Frau dabei zu haben. Dieses Jahr hat es sich leider nicht ergeben.» Das liege daran, dass es in der Schweiz wenige Musikerinnen gebe. Auch dass am Argovia-Fäscht «Musik für alle», also mehrheitlich Charts gespielt werden, verkompliziere das Ganze.