Konsum

Ansturm auf Billigtextilanbieter: Aargauer trotz Restriktionen in Shoppinglaune

Besonders bei Billiganbietern in der Bekleidungsbranche wollten viele Kunden einkaufen. (Themenbild)

Besonders bei Billiganbietern in der Bekleidungsbranche wollten viele Kunden einkaufen. (Themenbild)

Ob ein Buch, ein Parfüm oder ein Sommerkleid: Es darf endlich wieder eingekauft werden. Doch nicht alle Kunden wollen sich an die Regeln halten.

Seit einer Woche dürfen die Konsumfreudingen wieder in der realen Welt einkaufen, statt nur online. Und trotz der Restriktionen gingen viele Aargauer shoppen. «Wir stellen fest, dass die Kunden mit Freude wiederkommen», sagt Stefan Jost, Präsident der Detaillistenvereinigung Zentrum Aarau. Welche Läden in Aarau besonders viel Kundschaft hatten, kann er nicht sagen. «Aber man konnte beobachten, dass die Leute den Billiganbietern in der Bekleidungsbranche die Türen einrennen.» Die Aarauer Ladenbetreiber hätten grosse Freude, dass sie wieder arbeiten dürften. Der Umgang mit den Kunden sei aber nicht immer einfach: «Leider wollen sich nicht alle an die Massnahmen halten. Das Desinfektionsmittel wird gerne übersehen.»

Auch in Baden strömten die Leute wieder in die Läden. Michael Wicki, Präsident von City Com Baden, der Innenstadt-Vereinigung der Badener Detaillisten, hat sich Mitte vergangener Woche selber ein Bild davon gemacht: «Es hat mehr Leute, aber die Restriktionen sind gross und drücken die Frequenzen in den Läden natürlich herunter.» Eine Woche nach der Wiedereröffnung sei es noch zu früh, um Bilanz zu ziehen. «Wir werden diese oder nächste Woche bei den Detaillisten nachfragen, wie es läuft und wo noch Unterstützungsbedarf sein könnte.» Die Unsicherheit unter den Ladenbetreibern sei noch nicht ganz weg. «Aber die Lädeler müssen jetzt positiv in die Zukunft schauen», so Wicki.

Kunden legen Reserven an für möglichen zweiten Shutdown

Der Verkauf in den Brugger Läden sei gut angelaufen, sagt Präsident Dietrich Berger vom Gewerbeverein Zentrum Brugg. Es bestünden zwar noch Unsicherheiten im Umgang mit Social Distancing, Masken tragen oder gleichzeitigem Beraten. «Jedoch sind die Kundinnen und Kunden froh, wieder in die Läden einkaufen gehen zu dürfen» sagt Berger. Sie kaufen vor allem Sachen, die sie vermissen, und legen teilweise etwas Reserven an. Man weiss ja nicht, ob ein zweiter Shutdown kommt.

Auch in der Bremgarter Altstadt herrscht wieder Leben in den Gassen. Glücklich darüber ist Biggi Winteler, Präsidentin des Vereins Fachgeschäfte Altstadt und Inhaberin eines Schmuck- und Edelsteinladens. Sie blickt auf eine strenge Woche zurück. «Am Samstag, um 16 Uhr, war ich im positiven Sinn k.o. Es hat uns sehr gefreut, dass wieder so viele Menschen in die Läden gekommen sind. Auch vom Umsatz her sind wir begeistert. Das haben auch viele Geschäftskollegen bestätigt.» Die Kunden seien in Bezug auf die Massnahmen sehr verständnisvoll gewesen.

Beim Verein Gewerbe Regio Frick-­Laufenburg fällt die Bilanz unterschiedlich aus. «In einigen Sparten, gerade im Bereich Brillen und Uhren, ist es sehr gut gelaufen», sagt Daniel Müller, Leiter Verkauf und Dienstleistungen im Verein. Detailhändler aus anderen Segmenten hingegen meldeten einen eher verhaltenen Neustart. Nun ist er gespannt, wie es weitergeht – vor allem dann, wenn die Grenze zu Deutschland auch für Einkaufstouristen wieder offen ist. (tel, cm, rib, nbo)

Meistgesehen

Artboard 1