Ansprachen
Landammann Stephan Attiger: «Ich bin fast so etwas wie ein Nati-Trainer für den Aargau»

Auch die Regierungsräte traten am 1. August als Redner auf. Landammann Stephan Attiger lobte die Bevölkerung in der Pandemie, Finanzdirektor Markus Dieth sieht das System als krisenfest, Innendirektor Dieter Egli ruft zur Suche nach Lösungen auf und Bildungsdirektor Alex Hürzeler mahnt, nicht fahrlässig zu werden.

Fabian Hägler
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Der Beitrag von TeleM1: 1. August-Vergleich – der Aargau führt deutlich mehr Feiern durch als Solothurn

TeleM1

Baudirektor Stephan Attiger ist dieses Jahr als Landammann der höchste Aargauer Regierungsrat – in seiner Rede am 1. August in Mellingen sagte er, dass er sich auch ein bisschen als Nati-Trainer für den Aargau sehe. «Vor jedem Spiel würde ich zu den Spielerinnen und Spielern sagen: Kämpfen Sie mit aller Kraft um den Sieg, nicht nur über 90 Minuten, auch in der Verlängerung und im Penaltyschiessen. Das ist das Geheimnis für den Erfolg und eine blühende Zukunft.»

Landammann Stephan Attiger.

Landammann Stephan Attiger.

Britta Gut

Weiter sagte Attiger, der Kanton habe Corona gut gemeistert. Er nannte die Politik, die ihre Führungsrolle und Verantwortung übernommen, Entscheide gefällt und rasch und unbürokratisch Unterstützung geboten habe. Auch die Menschen hätten einen enormen Beitrag geleistet, «indem sie Selbstverantwortung übernommen, die Schutzmassnahmen eingehalten und sich unterstützt haben, etwa in Form von Nachbarschaftshilfe.» Die Solidarität sei tief in der Geschichte und Kultur der Schweiz verwurzelt. «Sie ist die Basis, um solche Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen», sagte Attiger.

Markus Dieth: «Schweizer System ist krisenfest»

Finanzdirektor Markus Dieth.

Finanzdirektor Markus Dieth.

Severin Bigler

«Das letzte Jahr hat eindrücklich gezeigt, dass unser Land krisenfest ist, dass unser politisches System auch in der Krise taugt», sagte Finanzdirektor Markus Dieth, der in Stetten und Rietheim auftrat. «Wir dürfen am 1. August stolz sein und dies feiern und vielleicht ein Schweizerkreuz in den Cervelat ritzen», ergänzte Dieth.

Die erste grosse Krise des Jahrhunderts habe gezeigt, «dass unser System, mag es auch komplex und schwerfällig sein, nicht nur in normalen Zeiten bestens funktioniert». Die Schweiz habe die Krise nicht schlechter gemeistert als zentralistische Staaten. «Ich wage sogar zu behaupten: besser. Auch wenn, wie das im Föderalismus so üblich ist, alle mit- und reingeredet haben», wie Dieth ausführte. Und er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Krise bald vorbei sei.

Dieter Egli: «Diskutieren und eine Lösung suchen»

Innendirektor Dieter Egli.

Innendirektor Dieter Egli.

Fabio Baranzini

«Man kann die Situation verdrängen und verleugnen. Man kann sich verraten und verschworen fühlen, die Schuld einem Einzelnen geben, den Medien oder dem System, von dem man glaubt, dass man nicht dazugehört», sagte Innendirektor Dieter Egli in Muri. Das funktioniere, «wenn man sich in eine Blase zurückzieht, die das Internet bietet, wo es keinen Widerspruch gibt, dafür eine scheinbar absolute Wahrheit».

Die andere Möglichkeit, die Egli vorzieht: Sich zusammensetzen, diskutieren und Lösungen suchen für Probleme in der Pandemie. «Man muss nicht gleicher Meinung sein über die Schwere von Corona, über Auswirkungen, über Vor- und Nachteile von Gesichtsmasken oder über die Wirkung von Impfungen. Aber man muss miteinander reden und einen Weg suchen – und ihn zusammen gehen», hielt der Regierungsrat fest.

Alex Hürzeler: «Beitrag leisten, um die Situation unter Kontrolle zu halten»

Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Alex Spichale

«Die globale Corona-Pandemie verlangt uns seit bald anderthalb Jahren vieles ab», sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler, der in Widen, Staffelbach und Leuggern auftrat. Seit ein paar Wochen profitiere die Schweiz von umfassenden Lockerungen und so könnten auch die Bundesfeiern landauf landab zahlreich stattfinden. «Die aktuell wieder ansteigenden Zahlen ermahnen uns aber alle, jetzt nicht fahrlässig zu werden und erinnern uns daran, dass wir alle gemeinsam einen Beitrag dazu zu leisten haben, damit wir die Situation unter Kontrolle halten können und unser Alltag so seinen Lauf nehmen kann, wie wir es uns wünschen», mahnte Hürzeler.

Er sagte weiter, während der Corona-Pandemie hätten die Gemeinden ihren Teil der Umsetzung und Verantwortung übernommen – gerade bei den einzelnen Öffnungsschritten. «Jede Gemeinde hatte für sich und ihre Bevölkerung zu entscheiden, ob und wie ein Fussballplatz oder eine Mehrzweckhalle wieder geöffnet und benutzt werden kann, wie die Bibliothek wieder zugänglich ist, wie die Jugendarbeit fortgeführt wird oder gemeindeeigne Säle und Probelokale für ihre Vereine wieder genutzt werden können», hielt Hürzeler fest.

Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati trat an der Bundesfeier in Waltenschwil auf und sprach auch in Dintikon.

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