Migration

Anlaufstelle seit Gründung geleitet: Nun verlässt Lelia Hunziker Integration Aargau

Lelia Hunziker geht. Sie übernimmt die Geschäftsleitung der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration in Zürich.

Lelia Hunziker geht. Sie übernimmt die Geschäftsleitung der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration in Zürich.

Sie hatte die Anlaufstelle Integration Aargau (AIA) seit deren Gründung 2010 geleitet, nun verlässt Lelia Hunziker den Posten. Neu übernimmt sie die Geschäftsleitung der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration in Zürich. An ihre Stelle tritt am 1. April Michele Puleo.

Seit sieben Jahren ist Puleo bei der AIA tätig und kennt die Integrationsarbeit im Aargau bestens, wie die Organisation schreibt: «Er kennt die Bedürfnisse der Menschen und die Situation in den Gemeinden. Er kennt die Grundlagen der Integrationsförderung und ist mit den Akteuren bestens vernetzt.»

Puleo, der nebenbei auch Redaktionsleiter des mehrsprachigen Sendegefässes «Kompass» bei Radio Kanal K ist, war im Aargau in den letzten Jahren in Projekten der migrationsgerechten Gesundheitsförderung involviert und engagierte sich in der Weiterbildung von Freiwilligen im Asylbereich.

Michele Puleo wird neuer Leiter von Integration Aargau.

Michele Puleo wird neuer Leiter von Integration Aargau.

Nur noch Grundauftrag

Seit ihrer Gründung im 2010 hat die AIA einen Leistungsauftrag vom Kantonalen Departement des Inneren. Die Anlaufstelle erbringt den Grundauftrag Integration. So werden Personen, die die Anlaufstelle aufsuchen – beispielsweise in Fragen zur Wohnungssuche, Bewilligungen oder Lohnabrechnungen – kostenlos und in acht Sprachen unterstützt.

Zwischen 2012 und 2017 durfte die AIA im Auftrag des Kantons weitere Projekte zur Integrationsförderung anbieten. Die Anlaufstelle erstellte zum Beispiel die Grundlagen für die Website www.hallo-aargau.ch, auf der Migranten sich zum Leben in der Schweiz ausführlich informieren können.

Seit Beginn des Jahres 2018 beschränkt sich der Leistungsauftrag aber wieder nur auf den Grundauftrag. Dies schränkt den Handlungsspielraum der Anlaufstelle ein: «Die AIA hat versucht, mit Gesuchen an den Bund, Private, Stiftungen, Landeskirchen und Swisslos Fonds finanzielle Unterstützung für Projekte zu finden», schreibt die AIA.

Diese Finanzmittelbeschaffung sei jedoch personell zu aufwendig, sagt Bruno Biberstein, Präsident des Vereins AIA, auf Anfrage: «Dafür haben wir zu wenig Ressourcen.» Sowohl Kirchen als auch Stiftungen hätten ihre Spendenbeiträge wesentlich reduziert.

Biberstein bedauert, dass vertiefte Beratungen in Zukunft deshalb nicht mehr möglich sein werden: «Wenn Leute bei der AIA vorbeikommen, gibt es Basisinformationen, eine intensivere Begleitung ist aber nicht mehr möglich. Dabei hätten viele Leute dieses Bedürfnis, so Biberstein.

Stelle nur teilweise ersetzt

Auch ein Projekt zur Partizipation der Migranten am Gemeinwesen muss sistiert werden: «Wir hatten vom Bund zu diesem Zweck 40 000 Franken erhalten und mussten dafür dieselbe Summe generieren.» Dies gelang der Integrationsstelle nicht, die 40 000 Franken gingen zurück an den Bund.

Aufgrund der veränderten Situation werde die Stelle, die Michele Puleo zuvor innehatte, nur teilweise ersetzt. «Die personellen Ressourcen werden vor allem ab 2020 nach unten korrigiert», schreibt die AIA weiter.

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