Strafverschärfung

Angst vor Gefängnis wirkt: deutlich weniger Raser im Aargau

Bei hohen Tempoüberschreitungen droht dem Raser eine Gefängnisstrafe. (Symbolbild)

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Die Staatsanwaltschaft Aargau hat im Jahr 2014 gegen 17 Personen Verfahren wegen Raserdelikten eröffnet. Dies sind deutlich weniger als im Vorjahr. Über die Hälfte der Beschuldigten ist zwischen 18 und 25 Jahre alt.

Im ersten Jahr nach Einführung der neuen «Via sicura»-Bestimmungen im Januar 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Aargau gegen 31 Personen ein Verfahren wegen Raserdelikten eröffnet. Im zweiten Jahr nach der Verschärfung des Gesetzes zeigt sich ein anderes Bild: 2014 kam es im Kanton Aargau noch zu 17 Verfahren, also fast um die Hälfte weniger als 2013. In allen 17 Fällen handelt es sich um besonders krasse Missachtungen der Höchstgeschwindigkeit, allen Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen zwischen einem und vier Jahren.
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Stefan Krähenbühl, Mediensprecher der Stiftung RoadCross, ist mit dieser Statistik mehr als zufrieden: «Ich bin hocherfreut. Die Zahlen sind ein starker Indikator dafür, dass die Massnahmen von Via sicura Wirkung zeigen.»

Die Gründe für diese deutliche Abnahme von Raserdelikten sieht Krähenbühl in der Sensibilisierung in der Bevölkerung sowie der abschreckenden Wirkung der Verfahren: «Raserfälle werden in den Medien veröffentlicht und diskutiert. Diese öffentliche Debatte hat mit den Präventivmassnahmen dazu beigetragen, dass das Rasen heute noch weniger als Kavaliersdelikt betrachtet wird. Aber auch die Abschreckung vor den harten Strafen hat sicher eine Rolle gespielt.»

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Die meisten Raser ausserorts

Ausserortsstrecken laden besonders zum Rasen ein. 10 der 17 Beschuldigten wurden von der Kantonspolizei auf einer Landstrasse gestoppt. Innerorts wurden fünf Temposünder erwischt, auf der Autobahn zwei. Die krasseste Tempoüberschreitung wurde allerdings von einem 21-jährigen Schweizer begangen, der innerorts mit 132 km/h unterwegs war.

Mit seinen 21 Jahren ist der junge Mann keine Ausnahme. Über die Hälfte der Raser ist zwischen 18 und 25 Jahren alt, weitere 17 Prozent der Beschuldigten aus dem Jahr 2014 sind zwischen 25 und 30 Jahren alt. Unter den 17 Beschuldigten befinden sich 11 Schweizer, zwei Deutsche, zwei Italiener, ein Portugiese und ein Mazedonier. Mit Ausnahme eines Deutschen haben alle Beschuldigten Wohnsitz in der Schweiz. 

Noch nicht in dieser Statistik einberechnet ist der Schüler mit iranischer Nationalität, der Anfang Januar mit 135 km/h in der 60er-Zone durch Baden raste. Ihm droht bei einer Verurteilung sogar die Ausschaffung.

13 Fahrzeuge beschlagnahmt

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft Aargau im Jahr 2014 13 Fahrzeuge beschlagnahmt, zwei davon waren Motorräder. Die Motorräder sowie vier Autos wurden im Verlaufe der Strafuntersuchungen wieder freigegeben.

Das Einziehen von Fahrzeugen und Führerausweisen ist ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Raser, wie Stefan Krähenbühl bestätigt: «Die Abschreckung zeigt Wirkung. Zudem wird dafür gesorgt, dass gefährliche Raser nicht mehr auf den Strassen herumfahren dürfen, indem ihnen der Ausweis für lange Zeit entzogen und in manchen Fällen gar das Auto beschlagnahmt wird. So sinkt auch die Zahl der Wiederholungstäter.»

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In neun Fällen Anklage erhoben

Von den 17 Verfahren, die im Verlaufe des Jahres 2014 eröffnet wurden, hat die Staatsanwaltschaft inzwischen in neun Fällen Anklage erhoben. Von diesen neun wiederum wurden vier Beschuldigte bereits rechtskräftig zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 17 und 24 Monaten verurteilt. In einem Fall ordnete das zuständige Gericht die Einziehung und Verwertung des Fahrzeuges an. In einem anderen Fall verkaufte der Beschuldigte sein Auto selber und überwies den Erlös der Gerichtskasse.

Die Zahlen der Staatsanwaltschaft sind aber trotz der erfreulichen Zwischenbilanz mit Vorsicht zu geniessen, so Krähenbühl. Der Zusammenhang zwischen den tieferen Zahlen und den Präventivmassnahmen lasse sich nicht mit absoluter Sicherheit erklären. Es sei also nicht garantiert, dass die Zahlen in diesem Jahr erneut sinken werden. Trotzdem bleibt er zuversichtlich: «Aber die Voraussetzungen sind besser denn je.»

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