Der Badener SVP-Nationalrat Luzi Stamm bringt einen kühnen Plan ins Spiel zu den Regierungsratswahlen: Nicht mit zwei, sondern sogar gleich mit drei Kandidaten solle seine Partei antreten. Sein Kalkül: Das erhöhe die Wahlchancen, da auf den Wahlzetteln der treuen SVP-Wähler dann nur noch zwei Regierungsratskandidaten aus anderen Parteien Platz fänden. «Damit würden wir, mathematisch gesehen, die Chancen der SVP in der Exekutive erhöhen», gibt er sich gegenüber Tele M1 überzeugt. 

Der Aargauer Polit-Beobachter Hans-Peter Widmer glaubt allerdings, dass sich Stamm damit völlig verkalkulieren würde. FDP- und CVP-Wähler würden wegen dieser Provokation möglicherweise nur einen statt zwei SVP-Kandidaten unterstützen. «Eins ist klar: Die SVP wird nicht Anspruch auf drei Sitze haben, sondern höchstens auf zwei.»

Bei den Grünen löst das Gedankenspiel von Stamm alles andere als Entsetzen aus: Jonas Fricker, Aargauer Parteipräsident und Neo-Nationalrat, sagt mit einem breiten Lächeln: «Also, das ist eine sehr lustige Idee. Aus meiner Sicht ist das absolut grössenwahnsinnig.» Drei der fünf Regierungssitze für die SVP – das würde die Aargauer Bevölkerung mit Sicherheit nicht goutieren. 

SVP-Präsident lehnt Vorschlag ab

Auch der Aargauer SVP-Parteipräsident Thomas Burgherr überrascht den Vorschlag seines Partei-Strategen. Er lehnt den Vorschlag sogar mit deutlichen Worten ab, indem er zu Tele M1 sagt: «Das ist für mich keine Option.» Am 28. April werde die Partei zwei Kandidaten nominieren. Wer nebst Bildungsdirektor Alex Hürzeler ins Wahlrennen steigt, ist noch offen. Auch Susanne Hochuli hat sich noch nicht geäussert, ob sie wieder zur Wahl antreten wird. 

Derweil nutzt FDP-Präsident Matthias Jauslin bei der Verabschiedung von Christine Egerszegi am Dienstagabend den Auftritt, einen kleinen Giftpfeil in Richtung SVP abzusetzen: Es sei einfach, den Kopf der Grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli zu fordern, aber scheinbar schwierig, selber geeignete Kandidatinnen zu präsentieren. (pz)