SVP-Feier

Andreas Glarner: «Ich springe gerne für Christoph Mörgeli in die Bresche»

Andreas Glarner sieht sich als Mörgeli-Nachfolger in Bundesbern.

Andreas Glarner sieht sich als Mörgeli-Nachfolger in Bundesbern.

Die grosse Gewinnerin des gestrigen Wahlsonntags heisst SVP: Im Aargau hat sich die rechte Partei um satte 3,25 Prozentpunkte verstärkt. Das soll gefeiert werden. Doch die Wahlsieger verabschiedeten sich an der SVP-Feier früh in ihre Bezirke.

Um 14 Uhr startete die Wahlparty der SVP in der Lounge des «Schützen» in Aarau. Und rund vier Stunden später war sie dann auch schon wieder vorbei. Bis in die Nacht hinein hat die Volkspartei also nicht gefeiert. Trotz dem massiven Stimmenzuwachs.

«Das ist immer so», erklärte die wiedergewählte SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger, die sich als eine der letzten Gäste in den kalten Aargauer Herbstabend verabschiedete: «Man geht zum Feiern zurück in die Bezirke.»

An der Stimmung im Untergeschoss des «Schützen» hats also nicht gelegen. Die war, wie es der Wahlausgang erwarten liess, durchaus gut — wenn auch nicht euphorisch. Oder in den Worten eines SVP-Mitglieds: «So wie bei SVP-Anlässen immer. Ruhig und bodenständig.»

Vielleicht lags auch daran, dass die Anwesenden von der Deutlichkeit des Wahltriumphs etwas überrumpelt wurden. Denn überrascht waren sogar die Optimistischsten.

Einen Wahlsieg in dieser Deutlichkeit habe man nicht erwartet, war im «Schützen» immer wieder zu hören. Und auch Flückiger sagte, sie habe nicht mit dem zusätzlichen siebten Sitz gerechnet. Warum die SVP gerade im Aargau derart zulegen konnte? «Wir hatten eine sehr gute Liste, und wir führten einen sehr guten Wahlkampf.»

«Politisieren, nicht polarisieren»

Und nun also die verdiente Feier, in die sich auch immer wieder mahnende Worte mischten. Der deutliche Wahlsieg sei mit einer grossen Verantwortung verbunden, so Flückiger.

Die SVP müsse den Auftrag des Volkes jetzt auch adäquat umsetzen, erklärte ein anderes Parteimitglied. «Das ist ein Riesenauftrag, den wir haben. Das Volk will, dass in Bern jetzt politisiert und nicht nur polarisiert wird.»

Ein Seitenhieb gegen die eigene Partei, die in dieser Hinsicht ja nicht gerade den besten Ruf geniesst? Nein, er sei ein überzeugter SVPler, sagt der Gast, trinkt den letzten Schluck aus dem Weissweinglas und macht sich ebenfalls auf den Weg.

Und was sagt Andreas Glarner, der den zuweilen polarisierenden SVP-Stil verkörpert wie kein Zweiter? «Dass wir einen siebten Sitz holen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten».

Diesen siebten Sitz in Bern wird er selber besetzen. Und gefeiert hat er den unerwarteten Erfolg — nach einem Abstecher in den «Schützen» — ebenfalls in seinem eigenen Bezirk, im «Rössli» in Wohlen. Der dortigen Parteibasis überbrachte er folgende Botschaft: «Wenn ihr merkt, dass ich mich in Bern verändere, dann sagt es mir.»

Alex Hürzeler in Wiliberg

Das heisst: Glarner will ein «scharfer Hund» bleiben, auch unter der Bundeshauskuppel. «Nachdem Christoph Mörgeli die Wiederwahl nicht geschafft hat, springe ich gerne in die Bresche», so Glarner. Er sei ja schon früher als Mörgeli des Aargaus bezeichnet worden.

Seinen Sitz im Grossen Rat wird er derweil aufgeben, und damit auch das Amt des Fraktionspräsidenten. Einen Wunschnachfolger hat er mit dem Wohler Jean-Pierre Gallati bereits. Mitwählen darf er allerdings nicht mehr.

Gleiches gilt für Thomas Burgherr. Der aufgrund des Wahlerfolgs ebenfalls aus dem Grossen Rat zurücktretende SVP-Kantonalpräsident liess den erfolgreichen Tag mit rund 60 Leuten in Wiliberg ausklingen, wo als Überraschungsgast SVP-Regierungsrat Alex Hürzeler mit einem Präsent für den baldigen Nationalrat vorbeischaute.

NR AG 2015

Nationalratswahlen 2015 im Aargau_Kuchendiagramm

Entwicklung der SVP-Wähleranteile im Aargau

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