Das Zürcher Stadtparlament hat am Mittwoch eine entsprechende Motion an die Stadtregierung überwiesen. Wie steht es bei der Kantonalen Verwaltung im Kanton Aargau? Dort beträgt der Frauenanteil 46 Prozent, der Männeranteil 54 Prozent.

Die Kaderstellen sind zu 76 Prozent mit Männern und zu 24 Prozent mit Frauen besetzt.

Sind das nicht zu wenig Frauen? Pascal Scholl, Leiter Abteilung Personal und Organisation: «Der Kanton will auf jeden Fall ein Verhältnis, das Rücksicht auf die Departemente nimmt. Im Bildungsdepartement sind Frauen in den oberen Kaderpositionen beispielsweise mit 40 Prozent vertreten, im Departement Bau, Verkehr und Umwelt oder bei der Polizei überwiegen dagegen die Männer.»

Alles in allem, unterstreicht Scholl, wolle man ein «ausgeglichenes Verhältnis».

Eine definierte Quote, wie sie die Zürcher Stadtverwaltung anstrebt, ist in der Verwaltung des Kantons Aargau jedenfalls kein Thema. Anders als in Zürich beträgt der Frauenanteil beim Kader in der Stadt Aarau schon heute 36 Prozent.

Richtige Leute statt Geschlechterkampf

«Aber dieser», präzisiert Stadtschreiber Martin Gossweiler, «kann sich immer wieder ändern, beispielsweise bei Fluktuationen.» In der Aarauer Stadtverwaltung gilt der Grundsatz: Kaderpositionen werden nicht nach dem Geschlecht besetzt, sondern mit den «richtigen Leuten».

Ins gleiche Horn stösst Antoinette Eckert (FDP), Gemeinderätin in Wettingen und Grossrätin. «Ausschlaggebend für die Besetzung einer Kaderposition darf nie das Geschlecht alleine sein; ausschlaggebend ist immer die persönliche und fachliche Eignung bezogen auf die vorgesehene Funktion.»

Deswegen ist die Politikerin auch nicht für die Einführung einer Frauenquote. Irène Kälin, junggrüne Vize-Präsidentin der Grünen Schweiz, sieht das anders. Für sie wäre eine Frauenquote «ein gutes Mittel, um die Diskriminierung der Frauen nach 30 Jahren Gleichberechtigung zu beheben.

Für Kälin ist die Frauenquote im Hinblick auf Kaderstellen nur das Eine. Das Andere sind neu zu schaffende Teilzeitstellen – «und das für Frauen und Männer.»

Der Badener Stadtammann Geri Müller (team/Grüne) verweist «bei der Abteilungsleiter-Position in der Stadtverwaltung Baden auf einen Frauenanteil von 30 Prozent – Tendenz steigend.» Begrüsst Müller eine Frauenquote?

«Ich würde mich gegen eine solche wehren», sagt er und doppelt nach: «Eine solche könnte sich in gewissen Belangen sogar behindernd auswirken.» Müller erklärt dies an einem Beispiel: «Sollte eine nicht richtig qualifizierte Frau die Stelle erhalten, und die Bedingungen nicht erfüllen können, würden wir sie ja verheizen – damit ist niemandem gedient.»