Corona
Anders als die Bundesräte: Aargauer Regierungsräte werden nicht vorzeitig geimpft

Der Impfstoff ist erst in kleinen Dosen im Umlauf. Darum kommen zuerst die Risikogruppen dran. Trotzdem haben sich Bundesräte selber impfen lassen. Ein Privileg das Sinn macht für Regierungen? Der Aargauer Regierungsrat geht einen anderen Weg.

Rolf Cavalli
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Regierungsratsfoto 2021

Regierungsratsfoto 2021

Kanton Aargau / Dominik Golob

Im Gegensatz zu Bundesräten haben sich die Aargauer Regierungsräte noch nicht gegen Covid impfen lassen. Die nicht kommunizierte Impfaktion für Mitglieder der Landesregierung und den Bundeskanzler wurde am Wochenende publik, was zu einer kontroversen Diskussion führte.

Auf Anfrage der AZ sagt Peter Buri, Kommunikationschef des Kantons Aargau, eine vorzeitige Impfung bei sich selber sei im Regierungsrat bisher kein Thema gewesen. Und wenn, dann würde man das aktiv kommunizieren, so Buri.

Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati sagte zum Start der Impfkampagne am 5. Januar, er wolle sich auch impfen lassen. «Aber jetzt sind erst die älteren Damen und Herren an der Reihe.»

Vorerst können nur Risikogruppen (über 75-Jährige und Personen mit Vorerkrankungen) geimpft werden. Die breite Bevölkerung ist später dran, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Betreffend Impfung gibt es gemäss Regierungssprecher Buri zur Zeit auch keine systemrelevanten Personen ausserhalb des Gesundheitswesens, die eine Ausnahmeregelung bräuchten. Wie bekannt ist, wird einzig Pflegepersonal – wo möglich und erwünscht – vorzeitig geimpft.

Beim Aargauer Regierungsrat kommt speziell dazu, dass sich zwei von fünf aktiven Departementsvorstehern bereits in der ersten Welle mit Covid angesteckt hatten: Markus Dieth und Stephan Attiger. Urs Hofmann, der damals sogar hospitalisiert wurde, ist inzwischen zurückgetreten. Da die Erkrankung der Betroffenen bald ein Jahr zurückliegt, ist Immunität allerdings nicht mehr garantiert, eine entsprechende Impfung zu gegebener Zeit kann also auch für sie ein Thema werden.

Auch bei Tests keine Sonderbehandlung

Ähnlich wie beim Impfen bekam der Regierungsrat auch letzten Frühling bei den Corona-Tests keine Sonderbehandlung. Damals konnte sich nur testen lassen, wer klare Symptome hatte. Ausnahmen gab es bei Polizisten, die etwa bei häuslicher Gewalt ausrücken mussten und sich möglicherweise beim Einsatz ansteckten. Schneller getestet wurden zudem Spezialisten, die wichtige Infrastrukturen (etwa AKW) bedienen mussten. Inzwischen sind genug Tests vorhanden, so dass sich die ganze Bevölkerung testen kann. Die Behörden rufen sogar dazu auf.