Stein und Beton
An den Denkmaltagen lässt einen der Beton nicht kalt

An diesem Wochenende finden zum 19. Mal die Europäischen Tage des Denkmals statt. In der gesamten Schweiz können an rund 270 Orten mehr als 900 Veranstaltungen zum Motto «Stein und Beton» besucht werden. 16 Objekte davon im Aargau.

Adrian Hunziker
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An den Denkmaltagen lassen sich 16 Objekte im Aargau bewundern

An den Denkmaltagen lassen sich 16 Objekte im Aargau bewundern

Chris Iseli
Das sind die Aargauer Denkmäler, die Interessierte besuchen können.

Das sind die Aargauer Denkmäler, die Interessierte besuchen können.

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Diese Gelegenheit liess sich auch der Kanton Aargau nicht nehmen. Die kantonale Denkmalpflege präsentiert 16 verschiedene Objekte, über den ganzen Kanton verteilt. «An den Denkmaltagen treffen wir Leute, die wir sonst nie treffen. Wir werden ausgefragt und es gibt interessante Gespräche. Es wird viel Verständnis geschaffen», freut sich Reto Nussbaumer, Leiter der kantonalen Denkmalpflege, auf das Wochenende.

Die Idee der Denkmaltage kommt aus Frankreich. «Der ursprüngliche Gedanke war, dass man Denkmäler, die nicht öffentlich zugänglich sind, für das Publikum öffnet. So können Leute ihre Wissbegier stillen», sagt Nussbaumer. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es auch ein spezifisches Thema zu den Denkmaltagen. «Wir hatten schon die Themen Holz, Am Wasser oder Im Untergrund, der im letzten Jahr aktuell war», zählt Franziska Schärer, Projektleiterin der Denkmaltage 2012, auf. Das Thema Stein und Beton bot den Verantwortlichen der kantonalen Denkmalpflege und der Kantonsarchäologie ein weites Operationsfeld. «Von ersten Bauten, über Ruinen bis hin zu den neusten Gebäuden können wir alles abdecken», meint Nussbaumer.

2,5 Millionen Franken Subvention

Für ihn sind die Denkmaltage eine tolle Sache: «Wir können in zwei Tagen zeigen, was wir in unserem Alltag machen. Beispielsweise, wo man Interventionen macht, wo man den Eigentümern im Umgang mit den Objekten hilft oder wie wir Subventionen ausrichten können.» Jährlich zahlt die kantonale Denkmalpflege 2,5 Millionen Franken an Subventionen aus – an Private, an Kirchengemeinden oder auch an Einwohnergemeinden. «Dieses Geld hilft den Eigentümern, ihre tollen Gebäude über die Zeit zu bringen und das kostet eben Geld», so Nussbaumer. Je älter ein Objekt werde, desto mehr koste es. Gebäude, die in die Jahre kommen, bräuchten eben stetigen Unterhalt und Pflege.

Die Aufgabe der kantonalen Denkmalpflege ist es, Eigentümer professionell und unentgeltlich zu beraten. «Wir können ihnen geeignete Architekten und Unternehmen vorschlagen und schliesslich bekommen sie auch Subventionen – bei wichtigen Objekten nicht nur kantonale, sondern auch solche vom Bund», sagt Nussbaumer.

1500 Objekte unter Schutz

Das Team der kantonalen Denkmalpflege umfasst 15 Leute. Darunter sind Architekten, Kunsthistoriker und Kunstarchitekturhistoriker. Ihre Hauptaufgabe ist neben der Beratung, die Beurteilung von Bauprojekten und Umbauprojekten.

In der Telli muss die Denkmalpflege aber beispielsweise nichts unterhalten. Der Grund dafür: die Gebäude stehen nicht unter kantonalem Schutz. Die Denkmalpflege ist spezifisch für die unter kantonalem Schutz stehenden Objekte zuständig. «Das sind derzeit im Kanton Aargau rund 1500 Objekte, das macht insgesamt 0,5 Prozent des Gebäudebestandes aus», erklärt Nussbaumer. Diese Objekte seien die besten, hochwertigsten und auch exotischsten Zeugen aus der Vergangenheit. «Und wir versuchen, diese in ihrer Substanz unseren Nachkommen weiterzugeben.»