«Völlig überraschend kommt die Nachricht des erneuten Stellenabbaus leider nicht», sagt der Badener Stadtammann Geri Müller. «Wenn man weltweit die Situation im Energiesektor beobachtet, weiss man, dass diese Weltkonzerne alle mit Problemen zu kämpfen haben.»

Zudem sei jüngst ein Managerwechsel bei GE erfolgt und es komme nicht selten vor, dass danach grössere Veränderungen und Umstrukturierungen angekündigt werden. «Wie viele Stellen in Baden betroffen sind und welche Sparten es genau betreffen wird, wissen wir auch noch nicht.

Die Stadt Baden wird zusammen mit dem Kanton aber sicher alles daran setzen, sich für die betroffenen Angestellten einzusetzen. Denn am Schluss geht es bei solchen Entlassungen immer um Menschen», betont Geri Müller.

«Die Gefahr ist real»

«Die Gefahr ist real»

Der Aargauer Wirtschaftsminister Urs Hofmann zum befürchteten Stellenabbau von General Electric. (24.10.2017)

Birr: Noch keine Gespräche

Markus Büttikofer, Gemeindeammann in Birr, wurde bis anhin von GE nicht über einen Stellenabbau informiert. «Bis jetzt wurden wir jeweils ein bis zwei Wochen vor diesen Ankündigungen in Kenntnis gesetzt», sagt er. Über den Abbau von 99 Stellen im Juli wurde der Gemeinderat eine Woche vorher informiert. Bei einem Gespräch im März dieses Jahres hätten sich die Verantwortlichen von GE «verhalten positiv» zum Werk in Birr geäussert.

«Da wir über die aktuelle Situation noch keine Gespräche geführt haben, ist es schwierig, das Ganze zu beurteilen», sagt Büttikofer. «Ich bin zuversichtlich, dass der Standort Birr nicht unbedingt betroffen ist von diesem allfälligen Stellenabbau.»

Da die aktuelle Situation noch unklar ist, könne sich die Gemeinde auch nicht vorbereiten. «Wir nehmen jetzt aber mit GE Kontakt auf», sagt Büttikofer. Klar ist auf jeden Fall, dass von einem Stellenabbau nicht zwingend viele Einwohner betroffen wären. «Längst nicht mehr alle Arbeiter wohnen auch hier», so der Gemeindeammann. «Das ist nicht mehr wie früher, als die BBC-Arbeiter auch in der Wyde in Birr wohnten.»

Oberentfelden: America first?

Der Oberentfelder Ammann Markus Werder hat einen Bekannten, der kürzlich im Betrieb, der heute GE gehört, pensioniert worden ist: «Er sagte mir: ‹Ich habe in sieben Firmen gearbeitet – immer am gleichen Ort.›» Werder erklärt, es sei ein ständiges Auf und Ab gewesen mit dem Betrieb, der ursprünglich Sprecher + Schuh gehört habe.

Vor zwei Jahren, nach der Übernahme durch GE, habe der Gemeinderat mit dem örtlichen Chef gesprochen. Dieser habe erklärt, er müsse vor allem Zahlen liefern. Jetzt habe im Konzern in den USA der CEO gewechselt und der Neue wolle sofort abbauen. Werder vermutet, es gelte «America first». Und er fragt: «Was kann man als Gemeinde da machen? Die Faust im Sack, sonst nichts.» (mru/jam/uhg)