Justiz

Am Steuer eingenickt oder Tier ausgewichen? Unfall-Verursacher blitzt vor Bundesgericht ab

Der beschuldigte Autofahrer verunfallte nach einer über elfstündigen Fahrt mit Start in Rumänien. (Symbolbild)

Der beschuldigte Autofahrer verunfallte nach einer über elfstündigen Fahrt mit Start in Rumänien. (Symbolbild)

Ein Mann, der im September 2017 um 5.44 Uhr in der Früh einen Selbstunfall auf der A1 verursacht hatte, versuchte sich vor Gericht damit herauszureden, dass er einem Tier ausgewichen sei. Das Bezirksgericht Zofingen glaubte ihm nicht – unter anderem, weil seine Angaben zum «Tier» widersprüchlich waren und auf der Autobahn trotz Schutzzaun und Trennwand kein solches aufgefunden werden konnte.

Das Gericht ging vielmehr davon aus, dass der Autofahrer einen Sekundenschlaf gehabt hatte. Er war zum Unfallzeitpunkt – von Rumänien her kommend – bereits über elf Stunden alleine hinter dem Steuer gesessen. Kurz vor dem Unfall hatte er eine lediglich anderthalbstündige Schlafpause eingelegt und danach ein Red Bull getrunken. Zudem, so hielt das Gericht fest, entspreche das Spurenbild einem typischen Unfallverlauf infolge eines Sekundenschlafs und sei nicht mit der Darstellung des beschuldigten Autofahrers vereinbar, wonach er einem Tier habe ausweichen müssen.

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte den Mann in erster Instanz wegen Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand und Nichtbeherrschen des Fahrzeugs zu einer bedingten Geldstrafe von 8000 Franken und einer Busse von 800 Franken. Das Obergericht bestätigte dieses Urteil. Auch das Bundesgericht, wohin der Mann das Aargauer Verdikt zog und sowohl ein schlafmedizinisches als auch ein verkehrstechnisches Gutachten forderte, sah keine willkürliche Beweiswürdigung. Es wies die Beschwerde des Unfallfahrers ab.

Bundesgerichtsurteil 6B_1106/2019

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