Leserwandern
Am Schluss geht es von der Weinbastion ins Wasserschloss

120 Leserinnen und Leser waren sich zu Beginn der heutigen Etappe lange nicht einig, wohin die 21. Etappe führen sollte. Eines war zum Schluss jedoch allen klar: Hungrig kam von der heutigen Wanderung niemand nach Hause.

Hubert Keller
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In Untersiggenthal sind die Beine müde, doch das Ziel im Wasserschloss ist im Sichtweite.
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Vizeammann Renate Meier stellt ihre Gemeinde Gebenstorf vor.
Auch heute war eine Pause im Schatten wieder Gold wert.
120 Leserinnen und Leser wanderten heute vom Zurzibiet in den Bezirk Baden.
Urs Sandfuchs, Hobby-Höhlenforscher aus Ehrendingen, begeisterte die Leser mit seinen spontanen Erklärungen.
Viel zu sehen gab es auch auf der heutigen Etappe.
Die Leserinnen und Leser auf dem Weg von Tegerfelden nach Vogelsang.
Gespannt hört die Leserschaft zu, als Gemeindeammann Erwin Baumgartner die Gruppe in Tegerfelden begrüsste.
Fröhliche Gesichter zum Start der Wanderung.
Gemeindeammann Erwin Baumgartner, Tegerfelden, begrüsst Grossrätin Astrid Andermatt (Mitte) und Wanderleiterin Silvia Hochstrasser.
Die Verpflegung kam auch heute nicht zu kurz.
Die Verpflegung kam auch heute nicht zu kurz.
Die heutige Etappe führte vom Zurzibiet in den Bezirk Baden

In Untersiggenthal sind die Beine müde, doch das Ziel im Wasserschloss ist im Sichtweite.

Hubert Keller

Führt die Wanderung nun von Tegerfelden zum Weiler Vogelsang oberhalb Lengnau - oder doch nach Vogelsang bei Gebenstorf? Wie sich die Verwirrung, die durch die Ausschreibung der 21. Etappe des «az Leserwanderns» entstanden war, auflösen würde, das nahm Hildegard und Albert Scherer dann doch wunder.

«Wir sind pensioniert und haben Zeit», sagte die rüstige Tegerfelderin und schloss sich deshalb mit ihrem Mann den Wanderern an. Und musste bald feststellen: Ziel ist das Wasserschloss, also Vogelsang bei Gebenstorf.

Die 120 Mann und Frau starke Gruppe wurde nicht ohne Stärkung los geschickt. Frauen vom Tegerfelder Elternverein luden zu Kaffee und Zopf ein, während Gemeindeammann Erwin Baumgartner seiner grossen Befürchtung Ausdruck gab, seine Gemeinde könnte den Titel «grösste Weinbaugemeinde des Kantons» an die Fusionsgemeinde Schinznach -Oberflachs verlieren.

Tanksperren und Doppeltüren

Einmal mehr war Silvia Hochstrasser eine ausserordentlich versierte Wanderleiterin. Es gibt wohl kein Thema, über das sie nicht Bescheid weiss - oder sich bestens informiert hat.

Und so berichtete sie in Unterendingen über die Tanksperren, die Teil der sogenannten Limmatstellung waren, über die Juden in Endingen, die bis 1874 nur in Endingen und Lengnau Wohnsitz haben durften und, weil sie mit Christen nicht unter einem Dach wohnen durften, die Häuser mit zwei Hauseingängen versahen, der eine für sie, die Juden, der andere für die Christen.

Urs Sandfuchs war gleichsam Überraschungsgast. Als er erfuhr, wo die Wanderung durchführte, hatte sich der Hobby-Höhlenforscher aus Ehrendingen ins Surbtal aufgemacht, um beim Lochbach, der beim Waldeingang in einem Schluckloch, einem Ponor, verschwindet, über den geologischen Sachverhalt des Phänomens zu unterrichten.

Grosszügige Gebenstorfer

Und so führte die kurzweilige Wanderung ohne Halt an der Beiz im Steinenbühl vorbei durch den wunderschönen Mischwald über den Siggenberg hinunter Richtung Wasserschloss, wo die Wanderer von der Gemeinde Gebenstorf und dem Verein Lernwerk grosszügig bewirtet wurden.

Vizeammann Renate Meier liess keinen Zweifel offen, dass sich der Ausflug zu ihrem Vogelsang gelohnt hatte (auch sie hatte die Wanderung mitgemacht). Die Landi spendete die Getränke, die Gemeinde und die Institution Lernwerk Wurst und Brot.

Den Zobig genoss auch Hans Killer, der SVP-Nationalrat hätte ja unterwegs in seinem Wohnort Untersiggenthal aussteigen können. Auch die Lengnauer SP-Grossrätin Astrid Andermatt bewies Kondition ebenso wie der Badener Einwohnerrat und GLP-Grossrat Sander Mallien.

Und zum Schluss sei doch noch vermerkt: Der 84-jährige Robert Weber aus Brugg absolvierte gestern seine 19. Etappe. Chapeau!