Feuerwerk

Am Nationalfeiertag sind beim Feuerwerk schon heute Profis gefragt

Dieses Jahr zum letzten Mal prüfungsfrei möglich: Feuerwerk für gehobene Ansprüche.Walter Schwager

Dieses Jahr zum letzten Mal prüfungsfrei möglich: Feuerwerk für gehobene Ansprüche.Walter Schwager

Die neue Ausbildungspflicht hat kaum Auswirkungen auf öffentliche Bundesfeiern, wo meist Spezialisten der Feuerwehr am Werk sind. Ganz anders sieht es für Private aus; die neue Regelung ist aber umstritten.

Am Nationalfeiertag lassen es die Schweizer richtig krachen. Auf 2000 Tonnen jährlich wird der Verbrauch von Feuerwerkskörpern geschätzt. Geht man von einem durchschnittlichen Feuereifer beim Feuerwerken aus, dürften gegen 160 Tonnen davon im Aargau in die Luft gehen.

Eine ungefährliche Sache ist das nicht. Die eidgenössische Sprengstoffverordnung teilt die Feuerwerkskörper in vier Kategorien ein. Und für Produkte der Kategorie vier gelten ab nächstem Jahr strengere Regeln.

Sie dürfen dann nur noch mit einer speziellen Bewilligung gekauft und abgefeuert werden. Die 1.-August-Raketen, die überall an Verkaufsständen einzeln angeboten werden, sind davon nicht betroffen.

Es geht um die Sortimente in ganzen Batterien, aus denen sich auch an einer privaten Feier schon professionelle Feuerwerksbilder an den Himmel zaubern lassen. Neu müssen Hobby-Feuerwerker mit gehobenen Ansprüchen einen eintägigen Kurs absolvieren.

Der kostet 450 Franken plus 50 Franken Gebühr für den Ausweis über die bestandene Prüfung, der vom Bund ausgestellt wird. Und zur Feuerwerks-Prüfung wird nur zugelassen, wer volljährig ist, einen blanken Strafregisterauszug und eine polizeiliche Zuverlässigkeitsbescheinigung vorlegt.

Meistens Profis am Werk

Eine anspruchsvolle Sache also. Da fragt man sich: Wie steht es denn heute um die Ausbildung der Leute, die an den Bundesfeiern die Feuerwerke abbrennen? Zum Beispiel in Mumpf, wo nicht etwa Spezialisten der Feuerwehr, sondern der Männerchor für die Organisation zuständig ist?

Alles im grünen Bereich, versichert Urs Jezler vom OK. Das Feuerwerk brenne ein Mann vom Fach ab, der selber mit Feuerwerkskörpern handelt und über die entsprechende Ausbildung verfügt.

Auch andernorts baut man schon heute auf Profis. In Frick zum Beispiel stellt der Lieferant des Feuerwerks auch gleich den Fachmann mit, der es abbrennt, wie Pasqualina Weiss vom Verschönerungsverein erklärt.

Gleich hält man es etwa in Bremgarten. Und auch bei ihnen sei ein Fachmann am Werk, sagt Konrad Werder, Gemeindeammann von Böbikon: Dieses Jahr habe die Nachbargemeinde Baldingen den Feuerwerker organisiert.

Nächstes Jahr werde man dann schauen müssen. Dass es dafür eine Prüfung braucht, die 500 Franken kostet, sei schon happig, meint Werder. Für ihn rieche das nach Geldmacherei.

Mit dieser Meinung steht er auch in Fachkreisen nicht alleine da. «Wer die grossen Töpfe kauft, hat auch eine Ahnung. Jemand anderes verlangt sie gar nicht», sagt Stefan Furrer von Furrer Feuerwerk im luzernischen Mosen am Hallwilersee.

Die ab nächstem Jahr verlangte Prüfung sei aber auf den Profibereich ausgerichtet und eher Schikane. Die weiterhin frei verkäuflichen Einzelraketen abzubrennen sei nämlich gefährlicher. Dass der Umsatz unter den Auflagen leidet, befürchtet Furrer nicht.

Begeisterte Hobbyfeuerwerker würden den Aufwand für die Prüfung halt in Kauf nehmen. In der Tat: Die Plätze für die im Oktober und November für die Deutschschweiz zentral in Büren an der Aare stattfindenden Feuerwerkskurse sind schon fast ausgebucht.

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