Unwetter
Am gefährlichsten sind die kleine Bäche

In der Schweiz drohen vielerorts heftige Überschwemmungen wegen lokaler Gewitter – auch im Aargau. Die kleinen Bäche sind dabei am gefährlichsten. Die grösseren Flüsse sind trotz erhöhtem Pegel derzeit unter Kontrolle.

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Momentanaufnahme in Aarau mit Blick auf die Kettenbrücke: Die grossen Flüsse im Aargau sind unter Kontrolle – trotz erhöhtem Wasserpegel

Momentanaufnahme in Aarau mit Blick auf die Kettenbrücke: Die grossen Flüsse im Aargau sind unter Kontrolle – trotz erhöhtem Wasserpegel

Silvan Hartmann

Hochwasser-Alarm in Bern, die Aare droht zu überfluten. Das hiess es am Mittwochabend in der Hauptstadt, nachdem heftige Gewitter in der Region Simmental und Steffisburg getobt hatten. Die Bevölkerung hielt den Atem an.

Nur zwei Stunden nach dem Alarm gab es erste Entwarnungen, der Pegel sank bereits wieder. Und dennoch fragt man sich im Aargau: Kommt das Hochwasser der Aare in Bern nun auch in den Aargau?

Das Departement für Umwelt winkt ab: «Im Aargau haben wir derzeit keine prekäre Situation, auch wenn die Aare etwas mehr Wasser führt als üblich», sagt Martin Tschannen von der Abteilung Landschaft und Gewässer.

Gewitter nicht voraussehbar

In Murgenthal führt die Aare derzeit 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, in Brugg misst der Zähler 520 Kubikmeter - rund 200 mehr als der Durchschnitt beträgt. Laut Statistik ist dies jedoch an 182 Tagen im Jahr der Fall. Das Aare-Wasser soll nach ersten Erkenntnissen also ohne Überflutungen durch den Aargau fliessen.

In Alarmbereitschaft ist der Kanton aber allemal: «Wir beobachten die Situation stetig. Es kann sein, dass es bei kleinen Bächen zu lokalen Überflutungen kommen kann», so Tschannen. Das lasse sich aber nicht voraussagen, weil Gewitter sehr lokal begrenzt seien.

«Wenn es an einem Ort heftig regnet, kann es sein, dass es drei Kilometer weiter trocken bleibt», sagt Adrian Stolz von Meteo Schweiz. Tschannen: «Der Pegel kleiner Bäche kann in weniger als einer Stunde stark ansteigen. Nach Durchzug des Gewitters geht er aber auch rasch wieder zurück.»

Im Bielersee hats noch Platz

Ein beruhigender Punkt für die grösseren Flüsse im Aargau: Das Aarewasser aus der Alarm-Region Bern fliesst erst durch den Bielersee. Dieser weist derzeit auch einen erhöhten Pegel auf, allerdings ist dieser unter Kontrolle.

«Darin haben noch rund 85 Zentimeter Wasser Platz, erst dann könnte es prekär werden», weiss Tschannen und ergänzt: «Beunruhigend wird es, wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch intensiver Dauerregen angesagt wäre.» Und dieser ist nicht vorhergesagt: In den nächsten Tagen soll zumindest die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinken. (sha)

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