Warten, Warten, Warten: Vor gewissen Bahnübergängen steht der Verkehr gefühlte Ewigkeiten, bis sich die Schranke dann endlich einmal hebt. Das stört auch Thomas Burgherr. Der Aargauer SVP-Nationalrat ist jetzt aktiv geworden: In einer Interpellation verlangt er vom Bundesrat Antworten. Wie viele Bahnübergänge gibt es in der Schweiz? Wie lange wartet man täglich davor? Und wie schätzt er die volkswirtschaftlichen Kosten infolge dieser Wartezeiten ein?

In die Schlagzeilen hat es ein Bahnübergang in Hendschiken geschafft: Bis zu 16 Stunden täglich ist die Barriere unten, auch mal eine halbe Stunde am Stück. Das verursacht viel Ärger – und Kosten, wie Burgherr sagt. Wie viel genau, ist unklar. Seine Schätzung: mehrere Milliarden pro Jahr.

Den berüchtigten Bahnübergang in Hendschiken könnte man durch eine Unter- oder Überführung ersetzen, findet Burgherr. Schon vor 30 Jahren habe man darüber geredet. "Ich staune, dass das nicht gemacht worden ist", sagt er zu "Tele M1". Eine Riesensache wäre das nicht, ist Burgherr überzeugt. Vom Bundesrat will er wissen, wie viel Geld aus dem Ausbau der Bahninfrastruktur für den Ersatz von Bahnübergängen eingeplant sei.

Die SBB geben an, beim Übergang Hendschiken keinen Handlungsspielraum zu haben. Kämen mehrere Güterzüge und S-Bahnen nacheinander, müsse die Barriere unten bleiben – aus Sicherheitsgründen.

Burgherr überlegt sich derzeit noch, einen weiteren Vorstoss einzureichen, um dem Thema mehr Gewicht zu verleihen. (mwa)