Veruntreuung

Alzheimer Aargau: Entlassener Geschäftsleiter zahlt 150'000 Franken zurück

Insgesamt 152`600 Franken hat der Geschäftsführer der Alzheimervereinigung Aargau 2017 auf sein Privatkonto überwiesen.

Insgesamt 152`600 Franken hat der Geschäftsführer der Alzheimervereinigung Aargau 2017 auf sein Privatkonto überwiesen.

Der entlassene Geschäftsleiter hat dem Verein Alzheimer Aargau die Summe zurückbezahlt, die er im vergangenen Jahr veruntreut hatte. Dennoch läuft das Strafverfahren gegen den Mann weiter.

Ende Juni 2017 entliess Alzheimer Aargau seinen Geschäftsleiter fristlos – er hatte 152 600 Franken aus der Vereinskasse veruntreut. Gleichzeitig reichte der Vorstand gegen den Mann, der seit Februar 2016 bei der Vereinigung tätig war, bei der kantonalen Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein. Der entlassene Geschäftsleiter hatte regelmässig höhere Geldbeträge von Konten der Alzheimer-Vereinigung auf sein Privatkonto überwiesen.

«Dies ist besonders verwerflich, wenn ein Verein geschädigt wird, der gemeinnützige Ziele verfolgt und auf Spenden und Legate angewiesen ist», sagte Vereinspräsidentin Beatrice Beck damals. Der entlassene Geschäftsleiter gestand sein Vergehen ein, unterschrieb eine Schuldanerkennung und versprach schriftlich, den geschuldeten Betrag – möglicherweise noch 2017 – zurückzuzahlen.

Dies ist inzwischen tatsächlich passiert, wie Beatrice Beck, Präsidentin von Alzheimer Aargau, sagt: «Die veruntreute Summe ist vollumfänglich auf unser Vereinskonto zurückgeflossen», erklärt Beck. Dies sei einerseits sehr erfreulich, andererseits eher überraschend. «Fachleute haben mir gesagt, dass bei Fällen von Veruntreuung das fehlende Geld leider oft für immer verloren ist», sagt die Präsidentin.

Strafverfahren läuft noch

Ausgestanden ist der Fall für den ehemaligen Geschäftsführer damit aber nicht. «Wir freuen uns, dass er sein Versprechen eingehalten und das Geld zurückbezahlt hat», sagt Beck. Der Vorstand könne die Anzeige aber nicht zurückziehen, weil es sich bei der Veruntreuung um ein Offizialdelikt handelt. Fiona Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage: «Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt gegen den Beschuldigten ein Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung.»

Da es sich bei den zu untersuchenden Tatbeständen um Offizialdelikte handle, führe die Staatsanwaltschaft das Verfahren von Amtes wegen. «Dies passiert unabhängig davon, ob eine Anzeige vorliegt oder ein Beschuldigter das Geld zurückbezahlt hat oder nicht.» Das Verfahren ist noch hängig, wann es zu einem Abschluss kommt, kann die Staatsanwaltschaft zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Negativ ausgewirkt auf den Mitgliederbestand oder den Spendeneingang bei Alzheimer Aargau hat sich der Veruntreuungsfall nicht, wie Beatrice Beck sagt. Reagiert hat der Verein dennoch: Neu wurden in der Administration zusätzliche Mechanismen eingebaut, um die Kontrolle der Finanzen zu verbessern und das Risiko einer Verfehlung zu minimieren. So ist konkret das Prinzip von zwei Unterschriften bei Rechnungen eingeführt worden.

Einen neuen Geschäftsleiter hat Alzheimer Aargau nicht angestellt, die Aufgaben wurden aufgeteilt. «Inzwischen hat Marianne Candreia die fachliche Stellenleitung übernommen, und für administrative Aufgaben ist eine neue Kraft eingestellt worden», sagt Beck.

Wechsel im Präsidium

Sie selber wird als Präsidentin zurücktreten – später als geplant. «Eigentlich wollte ich mein Amt schon früher abgeben, aber nachdem wir die Veruntreuung bemerkt hatten, habe ich mich entschieden, erst nach Abschluss dieses Falls zurückzutreten», sagt sie.

An der Mitgliederversammlung, die am 26. April stattfindet, stellt sich Karin Schwarzenbach als Nachfolgerin von Marianne Beck im Präsidium zur Verfügung. Neu in den Vorstand gewählt werden soll Thomas Jenelten, die bisherigen Vorstandsmitglieder verbleiben im Amt. An derselben Versammlung sollen die Vereinsmitglieder auch die Rechnungen der letzten beiden Jahre genehmigen. Aufgrund der Unregelmässigkeiten konnten diese bisher nicht zur Abnahme vorgelegt werden.

(29. März 2018)

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