Sozialbericht
Altersheim Aargau: Zahl der Pensionierten verdoppelt sich

Landammann und Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli hat in Aarau den im Auftrag der Regierung erstellten ersten Sozialbericht des Kantons Aargau vorgestellt. Berichte in ähnlicher Form gibt es bisher erst in einer Handvoll Kantone.

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Hauptsächlich ist der 260seitige Bericht eine Fundgrube von Daten zu verschiedenen Themen des sozialen Lebens. Daraus ersieht man beispielsweise, welch enorme Folgen das Stichwort „demografische Alterung" konkret hat. Die Zahl der über 65-jährigen wird sich von aktuell rund 90 000 bis 2035 auf 196 000 Menschen mehr als verdoppeln.

Im Allgemeinen geht es den Menschen gut

Das erfreuliche Fazit des Berichts sei, dass es den Aargauerinnen und Aargauern im Allgemeinen gut geht. Der wirtschaftliche und soziale Druck sei jedoch für verschiedene Risikogruppen vorhanden. So hat sich die Ungleichheit in der Einkommensverteilung zwischen 2001 und 2006 vergrössert. Laut Bericht mussten die einkommensschwächsten Bevölkerungsschichten teilweise recht erhebliche Einkommenseinbussen hinnehmen. Die Einkommen der obersten Schichten stagnierten, legten aber ab 2005 wieder zu. Etwas später habe der wirtschaftliche Aufschwung auch die einkommensschwache Bevölkerung erreicht. Die Ungleichheit der Einkommensverteilung reduzierte sich bis 2008, blieb aber immer noch stärker ausgeprägt als 2001.

Der Sozialbericht fokussiere nicht ausschliesslich auf die finanzielle Unterstützung durch Sozialversicherungen und -hilfe. Vielmehr habe er insbesondere auch die Befähigung der Aargauerinnen und Aargauer, ihr Leben wirtschaftlich eigenständig und selbstverantwortlich gestalten zu können, im Auge. Damit sie das können, brauche es gut entwickelte persönliche Ressourcen wie Bildung, Gesundheit, Erwerb, Finanzen, soziale Beziehungen und Lebens- bzw. Wohnraum.

Sozialstrategie bis Ende 2013

Der Regierungsrat habe ihr Departement beauftragt, auf der Grundlage der Erkenntnisse des Sozialberichts, bis Ende 2013 eine Sozialstrategie zu erstellen, sagte Hochuli weiter vor den Medien. Danach werde der Regierungsrat entscheiden, welche Elemente diese umfassen wird und wie sie umgesetzt werden soll.

Die Themenfelder des Berichts

Die Themenfelder des Berichts sind Kinder und Familien, Jugendliche und junge Erwachsene, Menschen im Alter, Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit, Gesundheit, Wohnen und soziales Umfeld, Armut und Migration. (MKU)