Vor knapp einem Jahr legte der neue aargauische Baudirektor Stephan Attiger einen Bericht zur besseren Anbindung des unteren Aaretals an die Autobahnen A1/A3 vor. Dieser Bericht versetzte dem seit so vielen Jahren diskutierten Baldeggtunnel, auf den viele grosse Hoffnungen gesetzt hatten, den Todesstoss.

Der Tunnel hätte rund eine Milliarde Franken gekostet. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei ungenügend, befand Attiger, die Finanzierung wäre zudem nicht gesichert.

Zudem wurde angesichts der prognostizierten Verkehrsentwicklung erwartet, dass der neue Baldeggtunnel von Anfang an bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet gewesen wäre.

Doch wie geht es weiter? Die Ziele mit der Anbindung des unteren Aaretals und der Entlastung von Baden und Brugg blieben dieselben, sagte Attiger damals in der «Schweiz am Sonntag».

Doch wie will der Baudirektor sie erreichen? Das Departement Attiger kündigte damals an, zusammen mit den betroffenen Regionen Varianten zu prüfen, welche die ursprünglichen Zielsetzungen besser erfüllen.

Denkbar sei ein Gesamtverkehrskonzept, eine Kantonsstrassen-Netzstrategie oder die Verwendung der bereits erarbeiteten baulichen Elemente aus den bisherigen Arbeiten, hiess es.

Stephan Attiger machte damals aber auch deutlich, dass man mit zusätzlichen Strassen nicht mehr alle Verkehrsprobleme lösen könne. Darum sei es auch so wichtig, immer auch die ganze Siedlungsentwicklung einzubeziehen.

Workshop mit den Regionen

Dieser Tage machte ein Leser die az auf einen Workshop des Kantons im Campus Brugg-Windisch aufmerksam, in dem es um die ostaargauische Strassenentwicklung (Oase) ging, und verknüpfte dies mit der Sorge, «dass hier durch Expertenvertretungen Weichenstellungen gemacht werden, ohne dass eine öffentliche Auseinandersetzung stattfindet».

Diese Befürchtung scheint aber unbegründet. Carlo Degelo, Leiter Verkehrsplanung im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), sagt zur az: «Die Regionalplanungsverbände und die Gemeinden wurden eingeladen, sich an den Weiterarbeiten zu beteiligen. Dieser Tage hat das BVU mit den Gemeinden und den Regionalplanungsorganisationen einen Gemeindeworkshop durchgeführt, um deren Vorstellungen im Hinblick auf ein neues Gesamtverkehrsprojekt für die drei Regionen auszuloten.»

Als Nächstes wird die Öffentlichkeit informiert. An einer Medienkonferenz vom 29. August werde das BVU über die Ergebnisse sowie über das weitere Vorgehen berichten, so Degelo.

Das Interesse wird in allen betroffenen Regionen gross sein. In Brugg-Windisch beispielsweise, weil letztes Jahr vor der Abstimmung über die Südwestumfahrung Brugg von den letztlich siegreichen Befürwortern argumentiert worden war, der Baldeggtunnel sei dann das letzte Glied in einer ganzen Reihe von nötigen Entlastungsmassnahmen.