Wahlkampf
Alt Regierungsrat Ernst Hasler sucht für die SVP einen zweiten Bundesrat

2009 ging alt Regierungsrat Ernst Hasler in Pension. Jetzt steigt der 69-Jährige nochmals in den Politbetrieb ein: Im Auftrag der SVP Schweiz leitet er die Kandidatensuche für einen allfälligen zweiten Bundesratssitz.

Mario Fuchs
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Ernst Hasler über seine Pensionierung: «Ich schlief zwei, drei Wochen lang aus. Dann sagte ich zu meiner Frau: Das ist nichts für mich.»

Ernst Hasler über seine Pensionierung: «Ich schlief zwei, drei Wochen lang aus. Dann sagte ich zu meiner Frau: Das ist nichts für mich.»

Chris Iseli

Angekündigt hatte es SVP-Präsident Toni Brunner schon zu Beginn des Wahljahres: «Wir haben eine parteiinterne Bundesrat-Findungskommission», sagte er im Januar. Diese sucht nach Kandidatinnen und Kandidaten für den Kampf um einen zweiten Bundesratssitz. Jetzt ist klar, wer sie präsidiert: der frühere Aargauer Regierungsrat Ernst Hasler. Dies berichtete der «Blick».

Der heute 69-Jährige ist ein alter Polit-Fuchs: Er wirkte zwölf Jahre im Gemeinderat von Strengelbach, vierzehn Jahre im Grossen Rat, vier Jahre im Nationalrat und zuletzt, von 1999 bis 2009, zehn Jahre im Regierungsrat. Er sei von der SVP Schweiz angefragt worden, sagt Hasler im Gespräch mit der Aargauer Zeitung.

In den letzten fünf Monaten sei die Kommission mit Vertretern der Kantonalparteien und der Parteispitze zusammengestellt worden. «Natürlich haben wir diskutiert, ich hatte gewisse Vorstellungen, wie meine Arbeit aussehen müsste.»

Seine Vorstellungen hätten sich mit jenen der Parteileitung gedeckt, also habe er zugesagt. Zuletzt war der ehemalige Gesundheits- und Sozialdirektor sieben Jahre lang nicht politisch aktiv. 2008 trat er nicht zur Wiederwahl an, ein Jahr später ging er offiziell in Pension. Dies hielt er aber nicht lange aus: «Ich schlief zwei, drei Wochen lang aus. Dann sagte ich zu meiner Frau: Das ist nichts für mich.»

Seither arbeitete der Baumeister wieder im eigenen Unternehmen, der Ernst Hasler AG Immobilien. Während Haslers Regierungszeit hatte Sohn Daniel den Betrieb geführt. Im Januar wurde der Rechtsanwalt zum Partner der Zürcher Wirtschaftskanzlei Homburger ernannt. «Jetzt habe ich die Leitung der Firma wieder mehr übernommen», sagt Ernst Hasler, «aber ich übertreibe es nicht, kann meine Zeit selbst einteilen.» Die neue Aufgabe werde ihn «nicht stark belasten» – «schliesslich mache ich das gerne.»

Aus der Politik habe er sich nie ganz zurückgezogen. Die Parteileitung habe ihm den Vorsitz übertragen, weil er Erfahrungen als Nationalrat und als Regierungsrat mitbringe. Auch ausschlaggebend dürfte zudem seine anständige, gemässigte Art sein: Hasler wurde einst als «Der nette Mann von Strengelbach» bezeichnet, der hart in der Sache war, aber stets umgänglich im Ton.

Dass mit Hansjörg Knecht auch ein Aargauer als möglicher Bundesratskandidat gilt, überraschte Hasler: «Ich erfuhr es aus der Zeitung. Natürlich ist es erfreulich, wenn der Aargau jemanden vorschlagen kann.» Die Kommission arbeite neutral: «Die Fraktion nominiert, wir machen nur Vorschläge.» Bis Mai werden Namen gesammelt, danach bis zu den Parlamentswahlen ausgewertet.

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