Herr Bircher, wie bewerten Sie die Präsidentschaft von Marco Hardmeier im Rückblick?

Silvio Bircher: Er hat nach einer unruhigen Phase mit vielen Wechseln Kontinuität und Ruhe in die Parteileitung gebracht. Zudem hat er integrierend und vermittelnd gewirkt zwischen den einzelnen Flügeln der Partei.

Wie fällt die politische Bilanz der Ära Hardmeier aus?

Mit Pascale Bruderer hat der Aargau zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine SP-Ständerätin, Urs Hofmann vertritt die Partei im Regierungsrat – das ist erfreulich. Schade ist hingegen, dass die SP bei der Wählerstärke bei den letzten Grossratswahlen hinter SVP und FDP auf den dritten Platz abgerutscht ist.

Marco Hardmeier wünscht sich eine Frau an der Spitze der SP. . .

Ich finde, man sollte die Nachfolge im Präsidium unabhängig von der Frage «Frau oder Mann» angehen. Das Geschlecht ist nicht entscheidend, an der Spitze der SP braucht es einfach eine Person, die sozialdemokratische Positionen engagiert vertritt, aber auch ein Ohr bei der Bevölkerung hat und ihre Anliegen aufnimmt. Ich möchte aber keine Empfehlung abgeben, wer die Nachfolge von Marco Hardmeier antreten soll.

Muss die neue SP-Präsidentin oder der neue SP-Präsident zwingend im Grossen Rat sitzen?

Ja, das ist aus meiner Sicht absolut nötig, nur so ist man nahe genug am Puls des politischen Geschehens. Auch die nationalen Parteipräsidenten sind ja allesamt im Parlament in Bern vertreten.