Fliegerei

Als Reaktion auf die Klimasituation: Rationierung des Flugverkehrs soll geprüft werden

Fluglärm-Gegner fordern, dass eine Rationierung des Flugverkehrs geprüft wird. (Symbolbild, Archiv)

Fluglärm-Gegner fordern, dass eine Rationierung des Flugverkehrs geprüft wird. (Symbolbild, Archiv)

Die Sektion Baden-Wettingen der Vereinigung für erträglichen Flugverkehr will Einschränkungen prüfen, so etwa bei der Freizeit-Fliegerei.

Der Aargauer Regierungsrat hat vergangene Woche noch einmal kritisch Stellung genommen zum neuen Betriebsreglement des Flughafens Zürich. Er verlang, die Zahl der Starts und Landungen von 22 Uhr bis 6 Uhr früh vorläufig auf 10000 zu beschränken.

Im vergangenen Jahr waren es deren 13'555. Nun äussert sich Armin Zimmermann, der Co-Präsident der Vereinigung für erträglichen Flugverkehr, Sektion Baden- Wettingen, dazu. «Sicher eine gerechtfertigte Forderung, man fragt sich aber, weshalb nur vorläufig», hält er fest.

Situation wie im Krieg mit Lebensmittelkarten?

Der Flughafen wolle von einer Beschränkung nichts wissen. Im Gegenteil, er rechne mit einer weiteren Passagierzunahme, von heute 30 auf 50 Millionen bis 2050, schreibt Zimmermann «Dies ohne Rücksichtnahme auf gesundheitliche Auswirkungen der betroffenen Bevölkerung und die Natur, dies trotz Klimanotstand.» Solange die Menschen nicht freiwillig auf das Fliegen verzichten, müsse diesem Zustand mit drastischen Massnahmen entgegengewirkt werden, fordert der Verband.

Der Verein geht weit in die Geschichte zurück, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, um ein Beispiel für eine drastische Forderung zu nennen. Damals herrschte auch in der Schweiz grosse Lebensmittelknappheit, sodass Notstandsmassnahmen ergriffen wurden: Vom Staat
bekam jede Person Lebensmittelkarten, mit der nur eine beschränkte Ration von überlebenswichtigen Nahrungsmitteln bezogen werden konnte.

Pro Person und Jahr zwei Freizeit-Flüge?

Zwar habe der Ständerat eine Flugticketabgabe beschlossen, die auch vom Nationalrat noch behandelt werden müsse. Es sei aber nicht anzunehmen, dass diese Massnahme grosse Auswirkungen auf das Passagieraufkommen bewirke, hält der Verein weiter fest. Und fordert: «Daher wäre eine Rationierung der jährlichen Freizeit-Flüge pro Person, zum Beispiel auf zwei, in Betracht zu ziehen.»

Durchaus positiv ist aus Sicht des Vereins, dass sich der Regierungsrat gegen die Erhöhung der Zahl der geplanten Starts und Landungen in der Nacht um einen Viertel wehrt. Weniger erfreulich hingegen sei seine Stellungnahme zur neuen Startroute ab Piste 28.

Geplant ist, anstelle des Gebiets Mutschellen die Route neu zwischen Wettingen und Würenlos und weiter über Ehrendingen zu verlegen. Dazu heisst es: «Dass die Piloten exakt die Linie zwischen Wettingen und Würenlos über Waldgebiet einhalten, ist illusorisch.»

Normalerweise werde innerhalb einer Breite von fünf Kilometern geflogen, also grossenteils über Wettingen und Würenlos. «Dies ausgerechnet über ein Gebiet des Aargaus, welches die grösste Bevölkerungsdichte aufweist. Die Vereinigung für erträglichen Flugverkehr Baden-Wettingen wird sich gegen diese Zumutung weiterhin zur Wehr setzen.»

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