Wann genau Blerim (Name geändert) erstmals in die Schweiz gekommen ist, geht aus dem Bundesgerichtsurteil nicht hervor. Wohl aber, dass er mit falscher Identität im Land war und was er hier ausgefressen hat – er wurde nämlich im Januar 2005 im Kanton Bern wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Geldwäschereidelikten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zu einer Landesverweisung von zehn Jahren verurteilt.

Aufgeflogen: Kosovare ist doch kein Slowene

Im August 2006 verfügte das Bundesamt für Migration (heute Staatssekretariat für Migration) gegen Blerim eine Einreisesperre. Das schien ihn aber nicht sonderlich zu beeindrucken. Bereits im Februar 2012 reiste Blerim erneut in die Schweiz ein und liess sich im Aargau nieder. Dieses Mal hatte er slowenische Ausweispapiere dabei – und Slowenien ist Mitglied der EU und des Schengen-Raums. Blerim erhielt deshalb eine Aufenthaltsbewilligung, gültig bis Mai 2017. Ende 2013 holte Blerim auch seine Frau und die gemeinsamen Kinder in die Schweiz.

Doch dann flog der Ausweis-Betrug auf. Der Kosovare, der eben doch kein Slowene ist, wurde im Mai 2014 wegen Fälschung von Ausweisen und Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz zu einer unbedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen verurteilt. Ehefrau und Kinder mussten schon im Herbst desselben Jahres die Schweiz verlassen. Das Migrationsamt des Kantons Aargau erklärte auch Blerims Aufenthaltsbewilligung für ungültig, hatte er sie doch mit falschen Papieren erschlichen. Dagegen erhob Blerim mehrmals Einsprache, zuletzt vor Bundesgericht.

Hohes öffentliches Interesse an Ausreise

Dieses entschied nun ebenfalls gegen den Kosovaren. Er hatte argumentiert, der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. Das Bundesgericht schreibt nun aber im kürzlich publizierten Urteil, das öffentliche Interesse an der Ausreise des wegen Drogen- und Geldwäschereidelikten zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilten Mannes sei höher zu gewichten als dessen Interesse an einem Verbleib in der Schweiz.

Das gelte auch für die erst 2013 eingereiste, hier nicht verwurzelte Ehefrau und die Kinder. «Die Verwendung gefälschter Ausweispapiere ist sicher nicht geeignet, die Verhältnismässigkeitsprüfung positiv zu beeinflussen», so das Bundesgericht. Auch «die medizinische Behandlungsbedürftigkeit des Handgelenks des Beschwerdeführers» lasse «die aufenthaltsbeendende Massnahme» nicht als unverhältnismässig erscheinen. Blerim muss also, wie zuvor schon Frau und Kinder, die Schweiz verlassen. Vorher hat er aber noch die 1000 Franken Bundesgerichtskosten zu berappen.