Eidgenossenschaft

Panik während Dreissigjährigem Krieg: Als Berner drohten, die Badener Bäder zu brandschatzen

Das Badener Bäderquartier, hier noch mit dem «Staadhof» von 1969. (Archiv)

Das Badener Bäderquartier, hier noch mit dem «Staadhof» von 1969. (Archiv)

Vor 400 Jahren begann der Dreissigjährige Krieg. Mehrfach gab es in der Eidgenossenschaft zwischen 1618 und 1648 heikle Situationen, auch in Baden.

Die Eidgenossenschaft konnte sich mit Ausnahme der Drei Bünde (Graubünden) aus dem Dreissigjährigen Krieg heraushalten. Die katholischen Orte sympathisierten aber eher mit der katholischen Liga und also mit den Kaiserlichen, die reformierten Orte mit der protestantischen Union und den Schweden. So kam es oft zu heiklen Situationen, wenn fremde Truppen durch die Eidgenossenschaft marschierten. Verträge mit anderen Mächten liessen dies zu. Gleichwohl blieben die Eidgenossen neutral.

Wie heikel das Gleichgewicht war, zeigte sich schon 1620 in Mellingen. Nachdem Katholiken viele reformierte Veltliner ermordet hatten, wollten bernische Truppen den bedrängten reformierten Glaubensbrüdern zu Hilfe eilen. Auf Befehl der katholischen Orte verweigerte ihnen in Mellingen den Durchzug. So mussten die Berner einen weiten Umweg machen. Danach entstand in Baden Panik, so Otto Mittler in der «Geschichte der Stadt Baden». Denn die erbosten Berner drohten, in den Bädern zu brandschatzen und die Leute «zu erwürgen».

So fand man vier Jahre später, als erneut reformierte Truppen und 1200 Franzosen Richtung Graubünden Durchzug verlangten, eine andere Lösung. Sie durften das katholische Baden passieren, aber nur «unter Zusicherung strenger Disziplin», und à 50 bis 100 Mann.

Als die Schweden 1632 in Süddeutschland siegreich unterwegs waren, trug König Gustav Adolf II. den Eidgenossen ein Bündnis an. Die Tagsatzung lehnte ab. Der Landschreiber von Baden hatte die Absage unter Verweis auf die Neutralität «in konziliantem Ton» abzufassen.

Die eidgenössischen Grenzen waren damals nicht etwa hermetisch abgeriegelt. So lässt sich auch erklären, dass im September 1632 plötzlich ein schwedischer Oberst (wohl derselbe, der Rheinfelden vergeblich zur Übergabe aufforderte) mit 25 Mann in Baden einritt. Er forderte ultimativ, mehrere eben eingetroffene, mit Flüchtlingsgut schwer beladene Wagen abzuweisen. Darob kam es zum Handgemenge mit Bürgern der Stadt, worauf die Schweden unverrichteter Dinge abzogen.

1638 drohte doch noch Kriegsgefahr. Damals besetzten fremde Truppen das Bistum Basel sowie die vorderösterreichischen Städte Waldshut, Laufenburg, Rheinfelden und Säckingen. Darauf beschloss die Tagsatzung Durchmarschverbote für alle Kriegführenden. Trotzdem fielen nebst den kaiserlichen auch noch schwedische und französische Truppen im Bistum Basel ein. Die mit dem Bischof verbündeten katholischen Orte griffen aber nicht ein.

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