Atom
Alpiq und Axpo beziehen russisches Militär-Uran für ihre AKW

Die Brennelemente für die Schweizer Atomkraftwerke Gösgen und Beznau enthalten Uran aus russischen Militärbeständen. Das Material stammt beispielsweise aus Nuklearantrieben von ausgemusterten U-Booten oder Eisbrechern.

Merken
Drucken
Teilen
Das Atomkraftwerk Gösgen überstehe auch grosse Aarefluten, sagt ENSI (Archiv)

Das Atomkraftwerk Gösgen überstehe auch grosse Aarefluten, sagt ENSI (Archiv)

Keystone

Es handle sich um «wiederaufbereiteten gebrauchten Kernbrennstoff aus nautischen Quellen», bestätigt der Stromkonzern Axpo gegenüber der «Handelszeitung».

«Wiederaufgearbeitetes Uran aus U-Boot-Reaktoren passt in seiner Isotopen-Zusammensetzung sehr gut zu unserem wiederaufbereiteten Material», sagt Bruno Elmiger vom AKW Gösgen betont, das von Alpiq betrieben wird. Weiter fügt Elmiger an, dass aus sicherheitsrelevanten Aspekten die Herkunft des Urans eine untergeordnete Rolle spiele. «In erster Linie muss die Mischung stimmen.»

Die exakten Quellen für das hochangereicherte Militäruran kennen jedoch die beiden Stromkonzerne, Axpo wie Alpiq, nicht. Auch deren Brennstoff-Lieferant, der französische Nuklearkonzern Areva, weiss laut «Handelszeitung» darüber nichts Genaueres: «Wir können die Ursprünge der gebrauchten Brennelemente aus militärischen Beständen nicht einzeln zuordnen», sagt Areva-Sprecherin Cordula Ressing. Man habe hierzu keinen Einblick. Der Zugriff auf militärische Quellen sei in ihren Verträgen mit dem Zulieferer, der Rosatom Tochter TVEL, nicht vorgesehen. (rsn)