ALA 2013

Alois Huber: «Wir wollen den Bauern-Spirit vermitteln»

Alois Huber, hier nach der Wahl zum Bauernverbandspräsidenten, freut sich auf die ALA 13.

Alois Huber, hier nach der Wahl zum Bauernverbandspräsidenten, freut sich auf die ALA 13.

Alois Huber präsidiert seit April den Aargauer Bauernverband und eröffnet am Donnerstag die Ausstellung ALA 13 in Lenzburg. Huber erzählt, wo die Aargauer Landwirtschaft heute steht und was sich in den letzten 10 Jahren verändert hat.

Gut vier Monate nach der Wahl zum Präsidenten des Bauernverbands Aargau eröffnet Alois Huber am Donnerstag die Aargauische Landwirtschaftliche Ausstellung (ALA 13) in Lenzburg. «Natürlich bin ich ein bisschen nervös, ich bin ja noch nicht lange in meinem Amt», sagt Huber. Doch der Biobauer mit eigenem Hofladen beim Schloss Wildegg ist zuversichtlich, dass die Ausstellung mit Blick auf Schloss Lenzburg ein Erfolg wird.

Herr Huber, wie haben Sie sich auf ihre erste ALA als Präsident des Bauernverbandes vorbereitet?

Alois Huber: Ich war in den letzten Tagen oft auf dem Festgelände und habe gesehen, dass die Vorbereitungen sehr gut laufen. Ich freue mich riesig auf die ALA 13, das OK und die vielen Helfer sind sehr engagiert, der Festplatz ist ideal, die Wetterprognosen sind gut – damit ist alles bereit für einen gelungenen Anlass.

Sind Sie selber an der Ausstellung auch aktiv?

Ja, ich werde jeden Tag in Lenzburg sein, zuerst heute bei der Eröffnungsfeier. Mein Ziel ist es, den Besuchern den Spirit der Bauern zu vermitteln. Wer an die ALA kommt, soll spüren, mit wie viel Herzblut die Landwirte im Aargau ihren Beruf ausüben.

Was muss man unbedingt gesehen haben an der ALA – der Tipp des Bauernpräsidenten?

Es wäre falsch, einen Stand oder eine Attraktion herauszupicken, an der ALA ist alles sehenswert. Wichtig ist aus meiner Sicht auf jeden Fall das Zukunftszelt, wo es um erneuerbare Energie geht. Dies ist eine Chance für die Landwirtschaft und könnte ein erfolgversprechender Weg sein.

Die ALA findet nur alle zehn Jahre statt, dennoch dauert die Ausstellung nur vier Tage – lohnt sich dieser riesige Aufwand?

Es ist fast nicht möglich, einen Anlass dieser Grösse häufiger durchzuführen. Die ALA 13 ist etwa gleich gross wie die Ausstellung im Jahr 1983, an die ich mich heute noch gut erinnern kann. Seither hat sich die Zahl der Bauern im Kanton Aargau aber ungefähr halbiert. Das bedeutet, dass auch viel weniger Helfer für Aufbau und Betrieb der Ausstellung zur Verfügung stehen. Weil heute rund 70 Prozent der Bauern einen Nebenerwerb haben, ist es besonders schwierig, Helfer für Donnerstag und Freitag zu finden.

Was hat sich im Vergleich zur letzten Ausstellung vor zehn Jahren hauptsächlich verändert?

Der Trend zur Mechanisierung hat sich weiter verstärkt. Dagegen wird weniger Wert auf eine möglichst hohe Zahl von Tieren und absolute Höchstleistungen gelegt. Konkret: Es geht nicht darum, die Kuh mit der besten Milchleistung zu zeigen, sondern eine breite Palette von Tieren, die für die Besucher attraktiv sind.

Wo steht die Aargauer Landwirtschaft heute?

Durch das starke Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren steigt der Druck auf das Kulturland, dies kann das Zusammenleben mit der nicht-bäuerlichen Bevölkerung erschweren. Ausserdem sind wir heute viel weiter weg von den Leuten. Früher hatte noch fast jeder eine Person in der Verwandtschaft, die in der Landwirtschaft tätig war. Heute ist dies kaum noch der Fall, deshalb ist das Verständnis in der Bevölkerung auch kleiner. Andererseits schätzen die Menschen die Arbeit der Bauern. Die Landwirtschaft muss jedoch ehrlich, offen und transparent agieren.

Wo setzen Sie als neuer Präsident des Bauernverbands Aargau die künftigen Schwerpunkte?

Wir müssen dem Kulturlandverlust entgegenwirken und die Ökologi-
sierung der Landwirtschaft muss in einem vernünftigen Rahmen stattfinden. Zudem muss der administrative Aufwand für die Bauern möglichst gering bleiben. Dafür braucht es eine gute Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden, insbesondere mit Landwirtschaft Aargau.

Wie gut fühlen Sie sich dabei von der Politik unterstützt?

Es ist sicher ein Vorteil, dass Ralf Bucher (Anmerkung: Geschäftsführer des Bauernverbandes) und ich im Grossen Rat vertreten sind. Allerdings wird ein grosser Teil der Landwirtschaftspolitik in Bern auf nationaler Ebene gemacht, und dort ist unser Einfluss relativ gering.

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