Hundekurs-Pflicht

«Alles nur Geldmacherei»: Aargauer Hundeschulen froh über Ende des Kurs-Obligatoriums

Der Sachkundenachweis für Hundehalter soll nicht mehr obligatorisch sein. (Symbolbild)

Der Sachkundenachweis für Hundehalter soll nicht mehr obligatorisch sein. (Symbolbild)

Das Parlament hat die Hundekurse wieder abgeschafft. Erstaunlicherweise unterstützen dies die Hundeschulen im Aargau.

Es war der 1. Dezember 2005, als der erst 6-jährige Süleyman auf dem Weg zum Kindergarten von drei ausgewachsenen Pitbull Terrier attackiert und bis zur Unkenntlichkeit zerfleischt worden war. Der Bub hatte keine Chance, blieb nach der Attacke tot im Schnee liegen.

Es war der Auslöser für eine emotionale Debatte in Bundesbern. Rund drei Jahre später wurden obligatorische Hundekurse eingeführt. Fortan musste jede Hundehalterin und jeder Hundehalter einen Sachkundennachweis-Kurs (SKN) belegen. 

Gemischte Gefühle: Das sagt die Aargauer Kantonstierärztin Erika Wunderlin zur Abschaffung der Kurspflicht für Hundehalter.

Gemischte Gefühle: Das sagt die Aargauer Kantonstierärztin Erika Wunderlin zur Abschaffung der Kurspflicht für Hundehalter.

Das Ziel des obligatorischen SKN-Kurses war es, Herrchen und Frauchen den richtigen Umgang mit ihren Hunden beizubringen. Eine Evaluation des Bundes brachte ans Licht, dass jeder fünfte Hundehalter den Kurs schwänzte. Am Montag beschloss das Parlament, das Obligatorium für Hundekurse wieder abzuschaffen. 

Wer jetzt dachte, dass der Entscheid aus Bundesbern bei den Hundeschulen im Aargau für Empörung sorgt, wird überrascht sein. Elisabeth Elmer, Leiterin der «Mobilen Hundeschule» in Fahrwangen sagt: «Viele Hundehalter kamen zu mir, weil sie sich nach dem Kurs unwohl fühlten.»

Die Leute hätten sich nicht genügend ausgebildet gefühlt. Auch Elisabeth Elmer hat die SKN-Kurse angeboten. «Ich habe aber maximal drei Hunde in einem Kurs ausgebildet. Viele andere Anbieter haben einfach eine Massenabfertigung betrieben.»

Auch beim Kynologischen Verein in Fricktal begrüsst man den Entscheid. «Das war doch pure Geldmacherei», sagt Präsidentin Nicole Isler. Die Kurse haben den Hundehaltern nichts gebracht, sagt sie. «Nur der Theorie-Kurs war wirklich gut. Schade, haben die Parlamentarier auch diesen gekippt.»

Beim Aargauischen Tierschutzverein ist man vom Entscheid aus Bern enttäuscht: «Es ist ein schlechtes Signal aus Bern, wenn man extra ein Gesetz rückgängig macht, weil ein paar Leute einen Kurs schwänzen», sagt Präsidentin Astrid Becker.  

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