Schwimmunterricht
Alex Hürzeler zum Reuss-Unfall: «Man kann nicht alles regeln»

Nach dem Badeunfall an der Reuss verschwand ein 14-jähriger Schüler im Wasser. Bildungsdirektor Alex Hürzeler findet jedoch die Forderung nach einem obligatorischen Schwimmunterricht verfrüht.

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Vor einer Woche verschwand ein 14-jähriger Schüler während eines Schulausfluges mit seiner Klasse bei Bremgarten in der Reuss. Dieser Unfall warf viele Fragen auf. Warum ist der Schwimmunterricht im Aargau nicht obligatorisch? Sollten Lehrer mit ihren Schülern einfach nicht mehr aus dem Schulzimmer? Was soll zukünftig geändert werden?

Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler nimmt Stellung zum Vorfall und steht Red und Antwort gegenüber Tele M1.

«Das war ein schlimmer Moment für mich», sagte Alex Hürzeler zum Schwimmunfall in der Reuss vor einer Woche. Es habe ihn stark beschäftigt. «Ich bin überzeugt, dass der Lehrer versucht hat, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Mit neuen Reglementen suggerieren wir eine Sicherheit, die es nicht gibt.»

Nicht überall Richtlinien

Damit spricht Hürzeler die Forderung nach neuen Richtlinien für Ausflüge mit Schülern an. Mann könne nicht alles regeln, der Kanton gebe Empfehlungen ab, die die Schule vor Ort umsetzen muss. «Die Kinder lernen, wenn sie mehr Freiheiten haben. Und dann lernen sie auch die Gefahren kennen, deswegen bin ich überzeugt, dass man nicht überall Richtlinien einführen soll», sagte Hürzeler gegenüber dem Regionalsender.

Die Forderung nach einem obligatorischen Schwimmunterricht im Aargau findet er verfrüht. «Das wäre zwar eine Forderung in die richtige Richtung, doch ich finde es verfrüht, den Schwimmunterricht obligatroisch zu machen. Nicht alle Gemeinden haben die nötige Infrastruktur dazu», sagt Hürzeler. Die Forderung würde schliesslich die Gemeinden finanziell belasten. (cfü)