az-Jasskönig

Alex Hürzeler und Geri Müller werden nicht König, sind aber glücklich damit

Am Freitagabend wurde erstmals um den Titel des az-Jasskönigs gespielt. Auf Schloss Klingnau wurden die ersten zehn Finalistien gekürt. Wie es den prominentesten Jassern erging, wer das grösste Losglück hatte und wer weiterhin auf eine Krönung hoffen darf.

Auf Schloss Klingnau wird häufig geheiratet, was ja eine Art Krönung der Liebe ist, aber ein König wurde hier noch nie gekrönt.

So war es gestern eine Premiere, als die Aargauer Zeitung und Aargau Tourismus zur ersten Ausgabe der neuen Leseraktion az-Jasskönig einluden.

An diesem Abend kam es zwar noch nicht zu einer Krönung, aber einer Vorausscheidung. Die besten zehn Jasserinnen und Jasser konnten sich für das Final qualifizierten, in dem dann der az-Jasskönig am 26. Mai auf Schloss Hallwyl ausgejasst wird.

Emotionales AZ-Jass-Turnier

Emotionales AZ-Jass-Turnier

Auf dem Schloss Klingnau wurde zum ersten Mal der AZ-Jass-König erkoren. Der Ehrgeiz bei den 88 Teilnehmern aus der Region war gross.

Turniere im Nu ausgebucht

Bevor die 90 Teilnehmenden an den Tischen Platz nahmen, nahm der Schlossverein sie auf einer kurzen Führung mit ins Städtli und dessen Vergangenheit. Immer wieder, so erzählte Beat Bolliger während des Spaziergangs entlang der alten Stadtmauern, wurde der Ort geprägt von Zugezogenen.

Etwa im 19. Jahrhundert, als 3000 österreichische Soldaten hier lagerten, an Typhus starben und auf dem «Kaiserlichen Gottesacker» begraben wurden. Oder als 600 Arbeiter in den 1930er-Jahren das Wasserkraftwerk und den Klingnauer Stausee bauten. Davor hatte das Städtchen direkt am Wasser des Aare-Deltas gelegen.

Am wichtigsten ist den Klingnauern aber ihr Wein, und so gab es denn passenden Schlosswein von der heimischen Weinbaugenossenschaft zum Apéro.

«Wir freuen uns extrem, dass sich so viele Jasserinnen und Jasser angemeldet haben», sagte Rolf Cavalli, stellvertretender Chefredaktor der az, bei der Begrüssung. Die vier Jassturniere waren im Nu ausgebucht.

Hürzeler: «Ich hätt gern gueti Charte!»

Auch prominente Politiker wie Regierungsrat Alex Hürzeler und der Badener Stadtammann Geri Müller gesellten sich gestern zu jenen, die um den Königstitel spielten.

Klingnaus Gemeindeammann Oliver Brun wünschte «viel Glück und Plausch», machte aber augenzwinkernd eine wichtige Einschränkung: «Der zukünftige Jasskönig hat nicht automatisch das Anrecht, hier im Schloss Klingnau einzuziehen».

Schon während des Nachtessens im Rittersaal wurde eifrig gefachsimpelt – und als Alex Hürzeler von der Kellnerin gefragt wurde, ob er gerne etwas Nachschlag hätte, sagte dieser ehrlich, und wohl stellvertretend für alle: «Nei, aber ich hätt gern gueti Charte!»

Losglück allein macht noch keinen Sieger

Dann ging es endlich los. Standblätter wurden verteilt, die richtigen Plätze für den zugelosten Partnerschieber eingenommen: «Sali, ech bi dä Röbi!» – «Hoi Röbi, Hans!»

Es wurde still im Schloss, jetzt sprachen nur noch die Karten. Und natürlich jene Spielerinnen und Spieler, die gerade ansagen durften: «Schilte Trumpf.» Die Stimmung war ausgelassen – aber jeweils nur zwischen den Jassrunden. Während des Spiels war volle Konzentration auf das Blatt in der Hand und die Karten auf dem Teppich gefragt.

Ein besonderes Losglück hatte der einheimische Teilnehmer Freddy Elmiger: Er konnte einmal mit Alex Hürzeler und einmal mit Geri Müller jassen.

Um den Finaleinzug spielte er dennoch nicht mit. Elmiger nahm es mit Humor: «Das Rampenlicht hat mir nichts genützt», sagte er und begab sich herzlich lachend schon vor der Rangverkündigung auf den Heimweg.

Vorne im Rollstuhl: Paul Meier (4. Platz) Hintere Reihe: Ueli Müller (1. Platz), Annelies Winkelmann (9. Platz), Margrit Brühwiler (8. Platz), Verena Käser (6. Platz) Mittlere/vordere Reihe v.l.n.r.: Hans Brönimann (5. Platz), Rudolf Guler (7. Platz), Bernadette Meuwly (3. Platz), Walter Iten (10. Platz), Hans Zogg (2. Platz).

az-Jasskönig: Die 10 Sieger der ersten Runde

Vorne im Rollstuhl: Paul Meier (4. Platz) Hintere Reihe: Ueli Müller (1. Platz), Annelies Winkelmann (9. Platz), Margrit Brühwiler (8. Platz), Verena Käser (6. Platz) Mittlere/vordere Reihe v.l.n.r.: Hans Brönimann (5. Platz), Rudolf Guler (7. Platz), Bernadette Meuwly (3. Platz), Walter Iten (10. Platz), Hans Zogg (2. Platz).

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In jener wurden die 10 Jasserinnen und Jasser mit der höchsten Gesamtpunktzahl gekürt. Sie dürfen im Mai mit den Besten der drei weiteren Qualifikationsturniere den az-Jasskönig unter sich ausmachen.

Übrigens: Alex Hürzeler (46.) und Geri Müller (61.) sind nicht darunter. Dafür war ihnen sichtlich wohl, für einmal mitzuspielen, ohne ständig auftrumpfen zu müssen.

Autor

Mario Fuchs

Mario Fuchs

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