Aargauer Regierungsrat

Alex Hürzeler kritisiert Kantone wie Baselland und verteidigt seinen Corona-Schulbeschluss

Alex Hürzeler erklärt seinen Entscheid zum Schulregime.

Alex Hürzeler erklärt seinen Entscheid zum Schulregime.

Der Aargauer Bildungsminister Alex Hürzeler findet es nicht gut, dass vereinzelte Kantone ohne Abstimmung mit anderen am Sonntag die Notlage ausgerufen haben. Das sagt er in einem «Blick"-Interview. Zudem verteidigt er seinen Beschluss, dass die Schulen ein Betreuungsangebot anbieten müssen trotz Unterrichtsstopp.

Regierungsrat Alex Hürzeler steht heute Morgen im nationalen Fokus. Die Zeitung "Blick" hat den Aargauer Bildungsminister interviewt, weil das Aargauer Schulregime über die Kantonsgrenzen hinaus offensichtlich für Aufsehen sorgt. Hier müssen die Schulen nämlich während der Unterrichtszeit ein Betreuungsangebot haben für Kinder, welche nicht zu Hause bleiben können oder wollen. Das hat bei den Schulen für ein Wirrwarr gesorgt, weil jede Schule es unterschiedlich interpretiert, was das nun konkret heisst. 

Alex Hürzeler gibt im "Blick" zu: "Wenn Sie es so sagen, dann ist es ein Widerspruch." Hürzeler erklärt aber: Der Bund habe korrekterweise auch gesagt, dass wir für die Grundversorgung im Land diverse Berufsgruppen bräuchten. "Wenn Eltern übers Wochenende nicht so schnell für die nächsten drei Wochen garantieren können, dass für ihre Kinder gesorgt werden kann, dann müssen wir wie vom Bund verlangt ein Betreuungsangebot sicherstellen. Diese Aufgabe haben wir den Gemeinden und Schulen weitergegeben, die sehr intensiv daran sind, dass sie am Montagmorgen ein individuelles Angebot haben."

Zur Gefahr der Ansteckung bei Betreuung von mehreren Kindern an der Schule sagt Hürzeler folgendes: "Eine Betreuung wird sicher nicht im gleichen Schulzimmer, sondern in gewissen Gruppen stattfinden und in einer gewissen Distanz zueinander. Man wird vielleicht in die Natur hinausgehen oder die Bibliotheken öffnen, damit sich Kinder selbständig weiterbilden können."

Zu reden gibt auch, dass das Bildungsdepartement die Schulen angewiesen hat, den Kindern vorläufig keine Hausaufgaben mitzugeben. Hürzeler dazu: "Die 230 Schulträger im Aargau sind bei weitem nicht alle bereit. Nicht alle haben überhaupt die technischen Möglichkeiten. Und damit wir nach dem kurzfristigen Entscheid vom Bundesrat nicht ein Chaos haben, haben wir uns auf das Betreuungsangebot konzentriert und sicher nicht schon auf Montagmorgen einen strukturierten Unterricht übers Internet aufgebaut. Da muss eine nationale Koordination her."

Kritik an Kantonen, die Notlage ausriefen

Nicht gut findet Alex Hürzeler, dass Kantone wie Baselland und Neuenburg vorgeprescht sind und gestern Sonntag eigenständig die Massnahmen verschärft und die Notlage ausgerufen haben. "Es ist falsch, und ich bin ein wenig überrascht, dass jetzt einzelne Kantone eigene Notszenarien aufziehen", kritisiert Hürzeler im "Blick". "Wir warten ab, was am Montag oder am Dienstag vielleicht national angeordnet wird. Es ist sicher sinnvoll, wenn der Bund den Takt vorgibt." (az)

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