Geschäftsjahr 2018

AKB erzielt mit 144 Millionen fast einen Rekordgewinn – in Staatskasse fliessen 36 Millionen weniger

Geschäftsleitung AKB (V.l.n.r.: Mirco Hager, Patrick Küng, Stefan Liebich, Dieter Widmer, René Chopard).

Geschäftsleitung AKB (V.l.n.r.: Mirco Hager, Patrick Küng, Stefan Liebich, Dieter Widmer, René Chopard).

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat 2018 einen Jahresgewinn von 144,2 Millionen Franken erwirtschaftet - 1,4 Millionen Franken weniger als 2017. Der Kanton als Besitzer der Bank soll mehr als ein Drittel weniger Gewinn erhalten: Die AKB will zusätzliches Kapital aufbauen.

Die Verantwortlichen der Aargauischen Kantonalbank (AKB) haben in Aarau ihren Jahresabschluss 2018 vorgestellt. Dieser lässt sich sehen. Der Geschäftsertrag erhöht sich gegenüber 2017 um 4,8 Millionen Franken und erreicht mit 391 Millionen Franken einen neuen Höchstwert, wie Bankratspräsident Dieter Egloff sagte.

Der Jahresgewinn ist mit 144,2 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr (145,6) fast gleich gross. Das operative Geschäft entwickelte sich in allen Sparten sehr positiv, so CEO Dieter Widmer. Die Bilanzsumme kletterte weiter hinauf, auf 28,35 Milliarden Franken. Ein Plus von 5,2 Prozent.

Der Bankrat beantragt in Absprache mit dem Regierungsrat eine Gewinnablieferung an den Kanton Aargau von 60 Millionen Franken. Das sind 37,5 Prozent weniger als letztes Jahr. Wie ist das angesichts des Superabschlusses der AKB zu erklären? Dieter Widmer: «Natürlich jubelt da niemand, unser Vorschlag wurde jedoch gut aufgenommen.

Das Parlament wird schlussendlich aber darüber entscheiden. Wir sind beim Regierungsrat auf grosses Verständnis gestossen. Langfristig haben alle etwas davon, wenn die AKB vorausschauend mehr Eigenkapital bildet und somit eine regelmässige Ausschüttung bietet. Dies erfolgt transparent als freiwillige Gewinnreserve.

Doch warum macht dies die AKB? Man habe das Thema in einem ersten Kontakt frühzeitig aufgebracht und im Dezember wurden dann die Ergebnisse der Arbeitsgruppe diskutiert, so Widmer: «Es ist nun einmal so: Im Rahmen von Basel III final steigen die Kapitalanforderungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für alle Banken an. Sollte die Verschärfung nicht kommen, würden wir diese freiwilligen Gewinnreserven nachträglich an den Kanton ausschütten.»

28 Millionen unter Budget

Der Regierungsrat stehe mit der Bankleitung über die Eigentümergespräche stets in engem Austausch und sei denn auch nicht überrascht, sagt Landstatthalter und Finanzdirektor Markus Dieth zur massiv tieferen Ausschüttung. Die Bank habe die Erträge in allen operativen Sparten gesteigert, der Jahresgewinn befinde sich auf Vorjahresniveau. Das sei sehr erfreulich. Nun werde der Regierungsrat dem Grossen Rat eine Ausschüttung der AKB von 60 Millionen Franken beantragen – 28 Millionen Franken unter dem Kantonsbudget.

Doch was heisst dies für das Budget? Beim Kanton gehen die Ausschüttungen der AKB teils in die ordentliche Rechnung und teils in die Spezialfinanzierung Sonderlasten zur Reduktion der Schulden des Kantons, sagt Dieth, und: «Die reduzierte Ausschüttung belastet die ordentliche Rechnung daher nur teilweise. 2019 werden daher nicht 28 Millionen Franken, sondern lediglich 15,4 Millionen Franken weniger in die ordentliche Rechnung eingelegt.»

AKB will Kanton trotz Mega-Gewinn weniger abliefern

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Trotz einem erfolgreichen Geschäftsjahr und einem Gewinn von 144,2 Millionen Franken, will die AKB dem Kanton weniger abgeben.

Dieth zeigt Verständnis für die AKB. Der Regierungsrat begrüsse deren vorausschauende Planung, sagt er. Die Bank müsse ihr Eigenkapital stärken. Dies im Hinblick auf absehbare neue Anforderungen des weltweit geltenden Reformpakets «Basel III final» und des schweizerischen Bankenregulators. Gemäss AKB-Gesetz muss der Kanton bei der Gewinnverwendung als Ziel mitberücksichtigen, dass ihre Gesamtkapitalquote die regulatorischen Mindestanforderungen um vier Prozentpunkte übersteigt.

Steigende Mindestanforderungen haben daher einen Einfluss auf die Ausschüttungen an den Kanton. Während vier Jahren, von 2019 – 2022, müsse die AKB ihr Eigenkapital vorausschauend um zusätzliche 120 Millionen Franken stärken. Die 120 Millionen Franken kommen in die freiwillige Gewinnreserve.

Dieth: «Zeichnet es sich ab, dass entgegen den Erwartungen ein kleinerer Eigenkapitalbedarf notwendig ist, wird die freiwillige Gewinnreserve zugunsten einer Sonderausschüttung an den Kanton aufgelöst.»

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