SNB-Entscheid
AKB-Chefökonom hofft, dass sich Euro-Kurs bei 1.10 einpendeln wird

Die Chefökonomen von Aargauischer Kantonalbank und Neuer Aargauer Bank, Marcel Koller und Konstantin Giantiroglou, rechnen nach dem Aufheben des Euro-Mindestkurses mit einem geringeren Wachstum bei den Exporten.

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Franken und Euro: Egal wie sich das Kurs-Verhältnis weiter entwickelt, ist für die Aargauer Wirtschaft von grosser Bedeutung. (Symbolbild)

Franken und Euro: Egal wie sich das Kurs-Verhältnis weiter entwickelt, ist für die Aargauer Wirtschaft von grosser Bedeutung. (Symbolbild)

Keystone

Die Aufgabe der Euro-Untergrenze hat auch die Aargauische Kantonalbank überrascht. «Wir gehen davon aus, dass sich der Euro-Kurs bei Fr. 1.10 einpendeln wird», sagt AKB-Chefökonom Marcel Koller.

Beim Dollar erwartet er eine schnellere Erholung. Trotzdem: «Unter der Aufhebung der Untergrenze werden im Aargau viele exportorientierte KMU leiden», so Koller. «Vor allem die, die es verpasst haben, neue Absatzmärkte ausserhalb der EU zu erschliessen, und kein Alleinstellungsmerkmal haben.»

Auch der NAB-Chefökonom Konstantin Giantiroglou rechnet für das Jahr 2015 mit einer tieferen Exportwachstumsrate als den vor dem SNB-Entscheid prognostizierten 3 bis 4 Prozent. «Auf der anderen Seite werden die Zinsen nochmals sinken, was die Binnenkonjunktur und insbesondere die Bauwirtschaft stützen wird», sagt Giantiroglou.

Negativ könnte sich der Entscheid dafür auf die Ausrüstungsinvestitionen auswirken, vermuten beide Ökonomen. «Vor allem exportorientierte Unternehmen werden sich in nächster Zeit wohl mit Investitionen zurückhalten», so Giantiroglou, der hofft, dass das SNB-Experiment «aufgehen wird».

Pessimistisch ist er nicht: «Ich bin überzeugt, dass sie bei der SNB ihre Hausaufgaben gemacht haben.» (per)

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