Wahlnachwehen
AKB-Bankrat: Die SP will gezielt nach Frauen suchen lassen

Die SP lässt sich die Kritik nicht gefallen, für die Abwahl der einzigen AKB-Bankrätin verantwortlich zu sein. Aus ihren Reihen kommt der Vorschlag, Bankratswahlen enger durch den Grossen Rat begleiten zu lassen.

Urs Moser
Merken
Drucken
Teilen
Dieter Egli, SP-Fraktionschef (Archiv)

Dieter Egli, SP-Fraktionschef (Archiv)

Alex Spichale

Aus ihrer Sicht hat die SP bei den Bankratswahlen taktisch geschickt operiert, indem die Losung herausgegeben wurde, niemanden ausser den eigenen Kandidaten zu wählen.

Dass dies die Abwahl von CVP-Nationalrätin Ruth Humbel beförderte, wurde der SP danach vorgeworfen. «Ein an den Haaren herbeigezogener Vorwurf», wie SP-Fraktionschef Dieter Egli erneut bekräftigt.

Man sei davon ausgegangen, dass jemand von den Neuen auf dem Ticket des Regierungsrats über die Klinge springen müsse, die Geschlechterfrage sei daher gar nicht diskutiert worden.

Ganz wohl ist es den Genossen aber nicht. Er bedaure es und es sei mehr als nur ein Schönheitsfehler, dass die einzige verbliebene Frau aus dem Bankrat ausscheiden müsse, so der erfolgreiche SP-Sprengkandidat Beni Strub.

Nationalrätin Yvonne Feri meldete sich in einem Leserbrief zu Wort: Alle Parteien inklusive SP hätten Hausaufgaben zu machen, damit es nicht bei der Männerdomäne bleibt.

Dass man nun von den Bürgerlichen kritisiert werde, von denen man sonst kaum Unterstützung in Gleichberechtigungsfragen bekomme, sei allerdings sehr widersprüchlich, präzisiert Feri auf Nachfrage zu ihrer Forderung nach einer paritätischen Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten für den AKB-Bankrat.

Das könne man zum Beispiel erreichen, indem man bereits in der Bewerbungsphase professionelle Personalberaterinstitute beizieht, die auf die Suche nach weiblichen Führungskräften spezialisiert sind.

Beratungsbüro soll Frauen suchen

Hier hakt SP-Fraktionschef Dieter Egli ein. Unglücklich sei gewesen, dass auf dem Ticket von Bankrat und Regierung zur Besetzung der Vakanzen keine einzige Frau gewesen war. Er und sieht zwei Stossrichtungen, um korrigierend einzugreifen.

Einerseits sei bei einer nächsten Ausschreibung gezielt auch nach Frauen zu suchen, will heissen wie von Feri angesprochen ein allfällig beigezogenes Beratungsbüro dementsprechend zu mandatieren.

Zum anderen bringt Dieter Egli in der Diskussion um die richtige Wahlbehörde einen neuen Ansatz ein: Wenn schon der Grosse Rat für die Wahl der Bankräte zuständig ist, dann solle er auch die Wahlvorbereitung enger begleiten.

Zu überlegen wäre, ob nicht ähnlich wie zum Beispiel bei Richterwahlen das Geschäft von einer Kommission vorbereitet werden sollte. Das sei der richtige Rahmen, um neben fachlichen Qualifikationen auch gesellschaftliche Aspekte wie politische Ausrichtung oder eben die Geschlechterfrage zu diskutieren.