Strompreis
AEW-Strategie hilft, dass auch andere günstigeren Strom bekommen

Der Verband Aargauischer Stromversorger ist erfreut über die Preissenkung ihres grössten Lieferanten AEW Energie AG für 2015. So könnten die lokalen und regionalen Aargauer Stromversorger ihren Kunden weiterhin günstige Elektrizität anbieten.

Mathias Küng
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Kunden der AEW Energie AG müssen ab 2015 einen deutlich tieferen Strompreis bezahlen. (Symbolbild)

Kunden der AEW Energie AG müssen ab 2015 einen deutlich tieferen Strompreis bezahlen. (Symbolbild)

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Die AEW Energie AG versorgt rund 85 000 private Kunden im Aargau direkt, liefert aber auch Energie an lokale und regionale, meist gemeindeeigene oder gemeindenahe Stromversorger. Rund 100 haben sich im Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) zusammengeschlossen.

Was sagt VAS-Geschäftsführer Ruedi Zurbrügg zur frohen AEW-Botschaft? Er schickt voraus, die AEW Energie AG habe ihre «Hausaufgaben offensichtlich gemacht» und sei damit für die Strombeschaffung von Energieversorgern nach wie vor ein guter Partner.

VAS: Versorger setzen rund 450 Millionen Franken um

Der Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) vertritt die Interessen von über 100 Aargauer Stromversorgern. Seine Mitglieder versorgen im Aargau total 240 000 Endkunden mit Strom mit einem Gegenwert von rund 450 Millionen Franken. In gut 110 Gemeinden ist ein lokales oder regionales Unternehmen für die Stromlieferungen an die Endkunden verantwortlich. Die anderen Gemeinden werden durch die
AEW Energie AG bedient. (AZ)

Der Strompreis setzt sich zusammen aus den drei Elementen Elektrizität, Netznutzung und Abgaben. Die Netznutzungspreise werden jährlich und mit Tiefgang durch die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) geprüft.

Hier gibt es fast keinen Handlungsspielraum mehr. Der VAS geht deshalb laut Zurbrügg «davon aus, dass die AEW-Netznutzungspreise ‹gesetzeskonform› sind». Über die Höhe der Abgaben (insbesondere Kostendeckende Einspeisevergütung KEV) entscheiden politische Gremien. Die Stromversorger, darunter auch die AEW, seien lediglich «Durchreicher» dieser Kosten und könnten keinen Einfluss darauf nehmen.

Zurbrügg: «Beim Elektrizitätspreis spielt der Strommarkt und hier ist momentan auch die höchste Dynamik zu beobachten.» Die AEW Energie AG fahre mit ihrer gestern angekündigten zehnprozentigen Elektrizitätspreisreduktion den aktuellen Marktpreisen für Elektrizität nach und überrasche somit nicht. Die AEW-Preissetzung für 2015 spiegelt für Zurbrügg den aktuellen Trend.

Kunden profitieren schon länger

Ruedi Zurbrügg.

Ruedi Zurbrügg.

HO

Der VAS-Geschäftsführer vermutet, dass die AEW ihre Beschaffungsstrategie optimiert hat und günstiger einkaufen kann. Zurbrügg: «Dies bedeutet wohl auch, dass die AEW als Eigentümer der Axpo einen Teil des beschafften Stroms nicht mehr vom Axpo-eigenen Produktionspark bezieht.»

Diese durch die Marktveränderungen notwendig gewordenen Anpassungen in der Beschaffungsstrategie seien von zahlreichen anderen Aargauer Stromversorgern bereits in den letzten zwei Jahren erfolgreich umgesetzt worden.

«Sonst neue Wege prüfen»

Der Verband anerkennt die Anstrengungen der AEW Energie AG. Insbesondere trage eine passende Strombeschaffungsstrategie der AEW dazu bei, dass die zahlreichen lokalen und regionalen Aargauer Stromversorger, die ihren Strom dort beschaffen, ihren Kunden weiterhin günstige Elektrizität anbieten können.

«Ansonsten», so Zurbrügg, «müssten die Stromversorger neue Beschaffungswege prüfen, um weiterhin am Markt bestehen zu können.»

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