Die AEW Energie AG hat letztes Jahr in einem anspruchsvollen Umfeld mit 47, 2 Millionen Franken ein fast so gutes Betriebsergebnis wie 2016 erzielt (damals waren es 48,8 Millionen Franken).

Dies trotz einem 11 Prozent kleineren Nettoumsatz aus dem Stromgeschäft, bedingt auch durch generell tiefe Stromverkaufspreise. Der Netzabsatz nahm leicht zu. Das gaben die AEW-Verantwortlichen in Aarau an einer Medienorientierung bekannt.

Da die AEW Energie AG zu 100 Prozent im Besitz des Kantons ist, interessiert alle Steuerzahlenden natürlich, was bei diesem stattlichen Ergebnis für den Besitzer herausspringt: Das Unternehmen schlägt dem Kanton eine Dividende von 19 Millionen Franken vor (Vorjahr: 14 Millionen).

AEW mit Ergebnis zufrieden

AEW mit Ergebnis zufrieden

46 Millionen Franken setzte der Aargauer Enegieversorger um. Zwar ist das weniger als im Vorjahr, den Umständen entsprechend aber ein gutes Ergebnis.

Als Staatsanstalt habe das Unternehmen dem Kanton einst viel weniger Dividende abgeliefert, sagte Verwaltungsratspräsident Ernst Werthmüller. Der Kanton habe Verständnis dafür, «dass wir auch Mittel brauchen, um uns weiter zu entwickeln. Er will uns nicht ausbluten».

Den Vergleich mit anderen Kantonswerken brauche die AEW Energie AG nicht zu scheuen, sagte Werthmüller mit Stolz. Das Unternehmen sei immer an der Spitze, auch wenn es nicht dieselbe günstige Kundenstruktur habe wie manche andere Energieversorger.

Klingnau: Kanton hatte Glück

AEW Energie AG (40-Prozent-Anteil) und Axpo (60-Prozent-Anteil) sind die Unternehmen, die vom Kanton die neue Konzession für das Wasserkraftwerk Klingnau bekommen. Von ihnen stammen die 145 Millionen Franken, dank denen der Kanton sein Budget 2018 ausgeglichen gestalten konnte.

Werthmüller liess durchblicken, dass der Strompreis bei den Verhandlungen mit dem Kanton für die neue Konzession noch nicht so im Keller gewesen sei wie jetzt: «Heute würde man nicht mehr so viel bezahlen.» Man glaube aber an die Wasserkraft: «Sie hat Zukunft.» Gleichwohl investiere man derzeit nur, was nötig sei, da der Strompreis nach einer kleinen Teilerholung wieder im Tief ist.

11 Minuten ohne Strom

Belastend wirkten laut CEO Hubert Zimmermann die tiefere Gesamtleistung, generell tiefe Stromverkaufspreise, höhere Energiebeschaffungskosten im Winterhalbjahr 2016/17, der Stillstand des Blocks 1 des Kernkraftwerks Beznau, die geringere Produktion aus Wasserkraft (bedingt durch die schwache Wasserführung der Flüsse), sowie der reduzierte Kapitalkostensatz für das Netz.

Die Unternehmung hat letztes Jahr über 60 Millionen Franken investiert.

  • 35,7 Millionen Franken gingen in die elektrische Netzinfrastruktur. 6 Millionen allein in die Erneuerung des Unterwerks Wohlen. Man ist stolz, dass AEW-Kunden pro Jahr durchschnittlich nur elf Minuten (aufgrund geplanter oder ungeplanter Unterbrüche) ohne Strom sind. Der schweizerische Durchschnitt beträgt 19 Minuten.
  • 10,1 Millionen Franken wurden in Wärme-/Kälteanlagen und Verteilnetze investiert, zum Beispiel in den Wärmeverbund Mägenwil. Insgesamt könne man den CO2-Ausstoss um 40 000 Tonnen pro Jahr senken, so Zimmermann.
  • 17,7 Millionen Franken gingen in die Erneuerbaren Energien, zum Beispiel in sieben Solarstromanlagen, in IT und Digitalisierung sowie in die Übernahme von Gemeindenetzen.

Zudem kaufte die AEW Energie AG für 8,1 Millionen Franken Beteiligungen, etwa eine 5-Prozent-Beteiligung der Axpo am Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern.

Im Weiteren bietet das Unternehmen, das sich immer mehr zu einem Dienstleister und Lösungsanbieter rund um Strom, Wärme/Kälte und Telekommunikation entwickelt, smarte Lösungen auch für Eigenheimbesitzer an, ebenso zur E-Mobilität.

Der Anteil der an Endverbraucher gelieferten Energie aus erneuerbaren Energien lag mit 62,3 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. 26 000 Kunden nutzten Naturstromprodukte der AEW (plus 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die direkten Leistungen an die öffentliche Hand (Kanton und Gemeinden) in Form von Dividenden, Kauf von Gemeindenetzen, Steuern, Konzessionsentschädigungen, Wasserrechtsentschädigungen und Gebühren belaufen sich auf 41,3 Millionen Franken (Vorjahr 32,2 Millionen).