Ein spezieller Tag für die unbegleiteten, minderjährigen Asylsuchenden, kurz UMA: Anstatt zu rechnen oder Deutsch zu lernen, knüpfen sie im Unterricht für einmal Kontakte zu Schweizern. Sie sitzen mit Aargauer Kantonspolizisten am Tisch, unterhalten sich mit ihnen, malen gemeinsam – wissen aber nicht, dass die zivil gekleideten Frauen und Männer Gesetzeshüter sind. Als sich die Polizisten später in Uniform zeigen, ist das Erstaunen bei einigen Asylsuchenden gross.

"Wir wollen Hemmungen abbauen", sagt Daniel Saridis, Mediensprecher der Kantonspolizei, zu "Tele M1". Man wolle den UMA zeigen, dass Polizisten auch ein Leben neben der Uniform haben und man normal miteinander reden könne. Zu Hause oder auf der Flucht machen Flüchtlinge immer wieder schlechte Erfahrungen mit Polizisten. Sie werden beschimpft, bedroht oder tätlich angegangen. Dass der Umgang zwischen Polizei und Bevölkerung in der Schweiz ganz anders ist, ist gewissen Asylsuchenden gar nicht bewusst.

Im Klassenzimmer im Aargau ist die Atmosphäre entspannt. Einer der Uniformierten erklärt den Umgang zwischen Polizei und Bürgern: "Wir schauen einander an und dann sprechen wir miteinander." Bei den Flüchtlingen kommt die Botschaft offenbar an: "Früher kannte ich die Regeln vom Kanton Aargau nicht genau", erzählt ein Jugendlicher. Nun kenne er sie. (mwa)