Ein Taxi hält vor der Kaserne in Bremgarten. Cédric Wermuth steigt aus. Bereit für den dreitägigen Einsatz bei der Armee. Für die Sendung «SRF-Heimatland – Vier zum Volk» dringt der SP-Nationalrat auf unbekanntes Terrain vor.

Er, der Armee-Gegner, dessen einziger Berührungspunkt mit dem Militär die zwei Gipfeli und der Kaffee am Tag der Aushebung waren, tauscht das weisse Hemd gegen einen Tarnanzug. Seinen Stuhl im Nationalratssaal gegen ein Bett im Massenschlag.

Von Bremgarten geht es mit dem Super-Puma-Helikopter nach Bondo. Zusammen mit dem Katastrophenschutz hilft Cédric Wermuth beim Aufräumen nach dem Bergsturz. Er fährt Bagger, schaufelt Schutt aus der Turnhalle im Dorf, tankt den Saugbagger, poliert seine Schuhe. Er kritisiert, diskutiert und versucht, die Motivation von Brigadier Stefan Christen und den Durchdienern zu verstehen.

Wermuth mag keine Befehle

Seine Kollegen finden, man merke, dass er «keine überdimensionale Motivation» für die Armee habe. «Ich mag keine Uniformen und habe Mühe, Befehle zu befolgen», gibt Wermuth zu. Als er den Tarnanzug wieder abgeben kann, sagt er: «Er ist nicht unbequem, aber in den eigenen Kleidern fühlt man sich schon mehr wie sich selber.» Das Namensschild, die Handschuhe und ein Etui mit Verbandsmaterial darf er als Erinnerung behalten.

Am Dienstag informierte er auf Facebook über die Ausstrahlung der Sendung am Donnerstagabend. Einige hätten nun wieder allen Grund, ihm «Schimpf und Schande an den Kopf zu werfen», weil er es als Armeegegner gewagt habe, drei Tage beim Militär zu verbringen.

Doch der Einsatz sei spannend gewesen. «Ich mag unorthodoxe Interventionen, sie bringen Abwechslung und neue Einsichten.» Seine Freunde und Feinde auf Facebook finden es «super» oder «cool», dass er es gewagt hat. Einer hofft gar, dass Wermuth im Militär erlebt habe, was richtige Männer leisten.