Abstimmungsquiz ist ein Riesenerfolg

Schon 1329 Teilnehmende haben alle 39 Quizfragen beantwortet.

Mathias Küng
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Das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) hat gemeinsam mit der «Aargauer Zeitung» zum Urnengang vom 27. September ein Abstimmungsquiz entwickelt. Darin wird das Vorlagenwissen der Stimmberechtigten über die fünf nationalen und drei kantonalen Vorlagen seit einer Woche online getestet. Bis am 9. September haben bereits 1329 Teilnehmende das Quiz vollständig abgeschlossen, 1130 sind nach ihren Angaben im Aargau stimmberechtigt. Das ist eine hervorragende Teilnahme am Quiz, das bis 25. September online aufgeschaltet bleibt.

Eine erste Auswertung der ZDA-Abstimmungsforscher Thomas Milic und Uwe Serdült zeigt: Bisher erreichten drei Teilnehmende das Punktemaximum von 39 (es sind 39 Fragen, man kann jeweils eine von drei möglichen Antworten ankreuzen), wobei pro Frage 20 Sekunden Zeit zur Verfügung stehen. Der am häufigsten erzielte Punktewert ist 25, der arithmetische Mittelwert beträgt gar 26,4 Punkte: «Alles in allem durchaus beeindruckende Werte», sagt Thomas Milic. Es liege hier aber kein repräsentativer Querschnitt vor: «Wir müssen davon ausgehen, dass vorwiegend am Quiz teilnimmt, wer der Politik auch ein gewisses Interesse entgegenbringt.» Sie seien aber «natürlich schon froh, dass so viele Interesse am Quiz finden», sagt Uwe Serdült.

Wissen über Kampfjets am höchsten

Mit dem Vorbehalt, dass die Fragen zu den einzelnen Vorlagen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen und deshalb streng genommen nicht vergleichbar sind, zeigen sich vorsichtig interpretiert doch frappante Unterschiede, sagt Uwe Serdült: «Insgesamt konnten die Fragen zur Kampfjet-Beschaffung am besten und diejenigen zu den Kinderabzügen sowie dem Energiegesetz am schlechtesten beantwortet werden (vgl. Tabelle).» Ganz überraschend sei dies nicht, denn, so Serdült: «Gerade das Energiegesetz ist durchaus komplex und oftmals technischer Natur.»

SVP-Initiative: Herkunft ist praktisch allen bekannt

Die Begrenzungsinitiave liege mit 68 Prozent korrekten Antworten unter dem, was man vielleicht erwartet hätte, schränkt Milic ein: «Allerdings haben wir hierzu sieben Fragen gestellt, also am meisten im Vergleich, was die Gefahr erhöht, dass falsche Antworten hinzukommen. Hinzu kommt, dass gerade bei der Begrenzungsinitiative einige recht anspruchsvolle Fragen mit statistischem Inhalt gestellt wurden.» Zuletzt sind die beiden Fragen mit der höchsten Trefferquote beide Fragen zur Begrenzungsinitiative: So gut wie alle Teilnehmenden (über 98 Prozent!) wussten, dass die Initiative von der SVP stammt und dass es primär um das Personenfreizügigkeitsabkommen geht. Erstaunlich, so Milic, «ist ausserdem auch das vergleichsweise gute Vorlagenwissen zum Jagdgesetz. Die Aargauer Stimmberechtigten wissen über den Wolf und seine Verbreitung durchaus Bescheid.»

Frauen schätzen das Militärbudget zu hoch ein

Gibt es beim Wissensstand einen Unterschied zwischen den Geschlechtern? Ja, sagt Serdült: Die korrekten Antworten bei den Männern seien leicht über, bei den Frauen leicht unter dem Durchschnitt. Der Unterschied sei aber gering. Woher rührt er? Bei der Kampfjetvorlage wüssten die Männer mehr, wohl weil die meisten Militärdienst geleistet haben. Am grössten war die Differenz bei der Frage nach dem Militärbudget. Serdült: «47 Prozent der Frauen schätzten es zu hoch ein, aber lediglich 20 Prozent der Männer.»

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