Wallbach

Abstimmungskampf zur Novoplast-Umzonung gerät ausser Rand und Band

Ob dieses Industriegebiet der Novoplast AG in Wallbach künftig als Wohnzone zur Verfügung steht, wird am 30. Juni von den Stimmberechtigten an der Urne (Referendumsabstimmung) entschieden. Fotos: chr

Ob dieses Industriegebiet der Novoplast AG in Wallbach künftig als Wohnzone zur Verfügung steht, wird am 30. Juni von den Stimmberechtigten an der Urne (Referendumsabstimmung) entschieden. Fotos: chr

Im Abstimmungskampf um die Umzonung des Areals Novoplast in Wallbach wird Gegnern im Internet braunes Gedankengut und Nazi-Propaganda unterstellt. In Verdacht steht Beat Fischler, Präsident des Referendumskomitees.

«Es ist eine ganz verrückte Situation, denn im Dorf kennen wir uns alle. Doch auf diese Art und Weise darf ein Sieg der Befürworter der Umzonung des Areals Novoplast nicht zustande kommen», sagt Bruno Kuster, Mitglied der Interessengemeinschaft (IG) pro Wallbach (IGpW).

Er wehrt sich, zusammen mit den anderen IG-Mitgliedern, vehement gegen die Unterstellungen, wie sie im Blog auf der Homepage der IGpW aufgetaucht sind: «Es ufert aus, die Spielregeln wurden ganz klar verletzt – der einzige Ausweg sind rechtliche Schritte», so Kuster.

Die IGpW wurde in den letzten Wochen im Internet mit massiven Verleumdungen konfrontiert. Im Blog auf deren Homepage tauchten anonym verfasste Gastbeiträge auf, in denen der IGpW braunes Gedankengut und Nazi-Propaganda unterstellt wird.

Unverzüglich wurde recherchiert, wer hinter den Einträgen steckt: Beat Fischler, Präsident des Referendumskomitees.

Ihm konnte ein Computer-Techniker die IP-Adresse, die einem Gerät fest zugeteilt ist, zuordnen. Sämtliche ehrverletzenden Beiträge konnten mit derselben IP-Adresse in Verbindung gebracht werden.

Von der Aargauer Zeitung auf diese Erkenntnisse angesprochen, sagte Beat Fischler, es müsse abgeklärt werden, ob sich jemand in sein privates Netz eingewählt und unter seinem Namen die Publikationen verfasst hat.

In der ganzen Angelegenheit, die sich inzwischen zu einer happigen Affäre ausgeweitet hat, ist somit der Präsident des gegnerischen Komitees bei der IG pro Wallbach unter dringenden Verdacht geraten: Beat Fischler wurde mit den diffamierenden Blog-Einträgen konfrontiert und ihm für eine Entschuldigung ein Ultimatum gestellt.

Da er sich juristischen Beistand holen wollte, war ihm die Einhaltung des Termins unmöglich, wie er sagte.

Die IGpW gewährte ihm eine Fristerstreckung bis gestern Dienstag, 16 Uhr.

«Da trotzdem keine Reaktion erfolgte und die Chance dafür nicht wahrgenommen wurde, wird die IGpW Strafanzeige gegen unbekannt einreichen», verlautete gestern Dienstagabend seitens der IG.

«Die ganze Beweislage ist erdrückend, aber anscheinend soll die Angelegenheit ausgesessen werden», bemerkte Bruno Kuster von der IG pro Wallbach.

Mehr Informationen unter: www.igprowallbach.ch

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