Abstimmung
«Die Initiative bringt eine liberale Lösung»

Vertreter der Grünliberalen, Freisinnigen und EVP werben für die Trinkwasserinitiative, da diese mit Anreizen arbeite.

Mathias Küng
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Von links: Gian von Planta (GLP), Benjamin Riva (Jungfreisinnige), Christian Minder (EVP), Yannick Berner (FDP) und Roman Mäder (Trinkwasserspezialist) setzen sich für die Trinkwasserinitiative ein.

Von links: Gian von Planta (GLP), Benjamin Riva (Jungfreisinnige), Christian Minder (EVP), Yannick Berner (FDP) und Roman Mäder (Trinkwasserspezialist) setzen sich für die Trinkwasserinitiative ein.

Bild: Alex Spichale

Ein Komitee mit einem Co-Präsidium aus Mitgliedern von Mutter- und Jungpartei von Grünliberalen und Freisinnigen sowie aus der EVP lud zu einem Grundwasserpumpwerk im Ostaargau zur Medieninformation. Thema ist die Trinkwasserinitiative, über die am 13. Juni abgestimmt wird.

Beim Pumpwerk könne konkret aufgezeigt werden, was es heisst und bedeutet, wenn Trinkwasserfassungen wegen zu hoher Schadstoffwerte im Wasser stillgelegt werden müssen, heisst es da. Denn sauberes Trinkwasser sei nicht selbstverständlich. Zu viel eingesetzte Pestizide in der Landwirtschaft trügen zur aktuellen Situation bei. Dies müsse geändert werden, auch wenn dies vor allem konventionell produzierende Bauern nicht so sähen.

«Sauberes Trinkwasser ist leider nicht gottgegeben»

Roman Mäder, Trinkwasserspezialist und Mitinhaber bei K. Lienhard Ingenieure, verweist auf die negativen Folgen des Eintrags von Pestiziden und Nährstoffen auf die Biodiversität: «Trinkwasser ist das bei uns am besten kontrollierte Lebensmittel», betont Mäder:

«Sauberes Trinkwasser ab Wasserhahn ist leider nicht gottgegeben. Damit es eine hohe Qualität behält, müssen wir handeln.»

Denn zu viele Schadstoffe fänden gerade aus der Landwirtschaft ins Grundwasser. So weise dieses oft zu hohe Nitratwerte auf. Viele Landwirte produzierten bereits bio, andere gewichteten ihre Eigeninteressen aber immer noch höher. Mäder: «Ein nächster Schritt beim Gewässerschutz ist nötig. Mit der Initiative können wir die Trinkwasserqualität verbessern, damit auch unsere Kinder Wasser direkt ab Hahn geniessen können.»

GLP-Grossrat Gian von Planta ergänzt:

«Im Aargau als viertgrösstem Landwirtschaftskanton ist das Trinkwasser besonders betroffen.»

Er und das ganze Komitee hoffen auf ein Ja im Aargau: «Denn eine Volks-initiative braucht nebst dem Volks- auch ein Ständemehr. Wir setzen uns dafür ein, und viele weitere tragen dieses Anliegen mit.» Weil der Aargau besonders betroffen und für den Ausgang der Abstimmung wichtig sei, habe man sich entschieden, ein separates Aargauer Komitee zu gründen, «um die bürgerlich-liberalen Kräfte zu bündeln».

«Initiative bietet Anreize, nicht Verbote»

Man dürfe keinesfalls diese und die Pestizidinitiative in einen Topf werfen, betont dazu FDP-Grossrat Yannick Berner: «Mit der Trinkwasserinitiative erhalten wir ein Gesetz, das mit Anreizen statt Verboten das Ziel von gesundem Trinkwasser und einer intakten Biodiversität erreichen will.» Er hofft gerade auch deshalb, dass seine eigene Kantonalpartei nächsten Dienstag die Ja-Parole dazu fasst.

«Mehr Verluste als Wertschöpfung»

Die Schweizer Landwirtschaft generiere jährlich eine Wertschöpfung von 4,3 Milliarden Franken, rechnet Benjamin Ri-va von den Jungfreisinnigen vor. Demgegenüber stünden, so Riva, «jährliche ökonomische Kosten von fast 21 Milliarden Franken (etwa Umweltschäden, Biodiversitätsverluste). Die Grenzwerte würden teils systematisch missachtet, was aufzeige, «dass dringender Handlungsbedarf besteht», ergänzt Gion Reto Kaiser von den Jungliberalen. Es sei Zeit zu handeln.

Minder: Es sind Ausnahmen möglich

Schliesslich sagt Komiteemitglied und Grossrat Christian Minder (EVP), ja, die Initiative sei «sehr konsequent». Es seien gleichwohl Ausnahmen möglich. Wenn der Verfassungsartikel vom Volk gutgeheissen werden sollte und das Parlament dann im Gesetz zum Beispiel für Hochstammobst biologische Pilzschutzmittel als sinnvoll erachte, «haben auch die Initianten nichts dagegen».