Gastronomie

«Absolut unrentabel»: Warum viele Restaurants in der Region trotz Corona-Lockerungen zubleiben

„Absolut unrentabel“: Viele Restaurants bleiben trotz Lockerung zu

Die Freude über das Wiedereröffnungsdatum am 11. Mai ist nicht bei allen Restaurant- oder Barbesitzern gleich gross. Wegen der strikten Corona-Massnahmen rentiert es für viele Wirte nicht, ihre Türen zu öffnen. Einzelne schliessen ihren Gastrobetrieb sogar für immer.

Hannes Baumann bewirtet seit 30 Jahren Gäste in seinem Restaurant bim buume in Wikon. Doch was derzeit in der Gastronomie abläuft, hat der Wirt noch nie erlebt. Nachdem Baumann seine Beiz nun wochenlang schliessen müsste, dürfte er ab dem 11. Mai wieder Gäste empfangen. Doch die Auflagen dafür sind ernüchternd: maximal vier Personen pro Tisch und zwei Meter Abstand zwischen den einzelnen Tischen. 

«Mit den Auflagen, die der Bund den Wirten auferlegt hat», erklärt Baumann gegenüber dem Regionalsender Tele M1, «kann ich unmöglich öffnen. Ich bringe dann vielleicht noch 12, 14 Personen unter. Das ist für mich absolut unrentabel.» Für den langjährigen Wirt mache es keinen Sinn, den Betrieb wieder hochzufahren, solange man in einer solchen Ungewissheit über die Zukunft lebe. Etwa darüber, ob es eine zweite Ansteckungswelle gibt – und die Leute überhaupt Lust haben, wieder ins Restaurant zu gehen. Für Baumann ist klar: er schliesst sein Restaurant für immer. 

Keine einzige Reservation seit Bundesratsentscheid

Auch Chris van den Broeke vom Zunfthaus zu Wirthen in Solothurn hat Angst, dass ab dem 11. Mai keine Gäste in sein Restaurant kommen. Darum wird auch er seine Pforten nicht öffnen – Aufwand und Kosten wären dafür schlicht zu gross. «Seit dem Bundesratsentscheid, dass die Restaurants wieder öffnen dürfen,  haben wir keine einzige Reservation erhalten», erklärt van den Broeke. Seinen Lieferservice und den Take Away-Betrieb will der Wirt aber aufrecht erhalten. 

Bei GastroAargau, dem Aargauer Verband für Hotellerie und Restaurants, wisse man derzeit von rund 20 Restaurants, die trotz der Freigabe durch den Bundesrat ihre Beiz am 11. Mai nicht öffnen werden. Alle aus demselben Grund: es rentiert für sie schlichtweg nicht. (luk)

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